§ 142 StGB: Unfallflucht, Wartepflicht und Strafen
Was nach einem Unfall oder Parkrempler gilt: Wartepflicht, warum ein Zettel nicht reicht, welche Strafen drohen und wann die 24-Stunden-Regel hilft.
Was regelt § 142 StGB?
§ 142 StGB stellt das unerlaubte Entfernen vom Unfallort unter Strafe, umgangssprachlich Fahrerflucht oder Unfallflucht. Die Vorschrift schützt das Interesse der Geschädigten, ihre Ansprüche durchsetzen zu können. Sie gilt für jeden Unfallbeteiligten, auch bei einem kleinen Parkrempler.
Welche Pflichten nach einem Unfall gelten
- Bleiben und Angaben ermöglichen: Ist ein Geschädigter oder eine andere feststellungsbereite Person vor Ort, müssen Sie bleiben, bis Ihre Personalien, Ihr Fahrzeug und die Art Ihrer Beteiligung festgestellt sind.
- Angemessen warten: Ist niemand vor Ort, müssen Sie eine angemessene Zeit warten.
- Nachträglich melden: Wer nach angemessener Wartezeit oder berechtigt wegfährt, muss die Feststellungen unverzüglich nachträglich ermöglichen, etwa bei der Polizei oder beim Geschädigten.
Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht. Wer nur einen Zettel hinterlässt und wegfährt, kann sich strafbar machen.
Wie lange muss man warten?
Eine feste Zeit nennt das Gesetz nicht. Sie hängt von Tageszeit, Ort, Verkehr und Schadenshöhe ab. Bei kleineren Schäden am Tag gehen Gerichte häufig von etwa 20 bis 30 Minuten aus, nachts oder bei abgelegenen Orten kann weniger genügen, bei hohen Schäden mehr. Wer sicher gehen will, ruft direkt die Polizei.
Strafe, Punkte und Führerschein
| Folge | Umfang |
|---|---|
| Strafe | Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe |
| Fahrerlaubnis | in der Regel Entziehung, wenn ein Mensch verletzt wurde oder bedeutender Sachschaden entstanden ist (§ 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB); sonst ist ein Fahrverbot bis zu sechs Monaten möglich |
| Punkte | 3 Punkte bei Entziehung, sonst 2 Punkte |
Die Grenze zum bedeutenden Sachschaden ziehen Gerichte unterschiedlich, meist bei 1.300 € bis 1.500 €. Zusätzlich kann die Kfz-Versicherung Regress nehmen.
Tätige Reue: Melden innerhalb von 24 Stunden
Bei Unfällen außerhalb des fließenden Verkehrs, etwa beim Ein- oder Ausparken, kann das Gericht die Strafe mildern oder ganz von Strafe absehen (§ 142 Abs. 4 StGB). Voraussetzung: Es ist nur ein nicht bedeutender Sachschaden entstanden, und Sie melden sich innerhalb von 24 Stunden freiwillig. Das gilt nur, solange der Unfall noch nicht anderweitig aufgeklärt ist.
Wenn Sie den Unfall nicht bemerkt haben
Strafbar ist nur, wer vorsätzlich handelt, also den Unfall bemerkt hat. Wer einen leichten Anstoß nicht gespürt oder gehört hat, macht sich nicht nach § 142 StGB strafbar. Ob das glaubhaft ist, hängt von der Art des Schadens ab und wird im Streitfall oft durch ein Gutachten geklärt. Wichtig ist deshalb, zunächst keine Angaben zu machen und über einen Anwalt Akteneinsicht zu nehmen.
Vorwurf Unfallflucht?
Machen Sie zunächst keine Angaben bei der Polizei. Laden Sie ein Foto Ihres Schreibens hoch, unser Experte schätzt die Lage kostenlos und unverbindlich ein.
Zum Online-CheckRechtsgrundlagen
- § 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
- § 44 StGB: Fahrverbot als Nebenstrafe
- § 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB: Entziehung der Fahrerlaubnis