§ 24a StVG: 0,5 Promille, Cannabis und Drogen am Steuer
Die Grenzwerte für Alkohol und Cannabis, Bußgeld, Punkte und Fahrverbot nach § 24a StVG und wann die Führerscheinstelle zusätzlich eine MPU anordnet.
Was regelt § 24a StVG?
§ 24a StVG ist die Bußgeldvorschrift für Alkohol und Drogen am Steuer. Er gilt für Fahrten, bei denen ein Grenzwert überschritten ist, der Fahrer aber noch nicht fahruntüchtig ist. Wer Ausfallerscheinungen zeigt oder einen Unfall verursacht, macht sich dagegen nach § 316 oder § 315c StGB strafbar.
Die Grenzwerte
- Alkohol: 0,5 Promille im Blut oder 0,25 mg/l in der Atemluft.
- Cannabis: 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Der Grenzwert gilt seit August 2024.
- Mischkonsum: Wer Cannabis konsumiert hat, darf überhaupt keinen Alkohol trinken, bevor er fährt.
- Andere Drogen: Bei Substanzen wie Amphetamin, Kokain oder Heroin reicht bereits der Nachweis im Blut.
Für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21 Jahren gilt ein absolutes Alkoholverbot (§ 24c StVG). Die bestimmungsgemäße Einnahme eines ärztlich verordneten Medikaments ist von § 24a StVG ausgenommen.
Welche Strafen drohen
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| erstmals | 500 € | 2 | 1 Monat |
| zweites Mal | 1.000 € | 2 | 3 Monate |
| drittes Mal | 1.500 € | 2 | 3 Monate |
| Cannabis mit Alkohol | 1.000 € | 2 | 1 Monat |
Das Fahrverbot ist bei § 24a StVG in der Regel zwingend. Die Verjährung richtet sich hier nicht nach der Sechsmonatsfrist für normale Verkehrsverstöße, sondern nach dem OWiG und ist länger.
Wann die Führerscheinstelle eingreift
Unabhängig vom Bußgeld prüft die Fahrerlaubnisbehörde, ob Zweifel an der Fahreignung bestehen:
- Alkohol: Eine MPU wird unter anderem bei wiederholten Verstößen unter Alkoholeinfluss oder ab 1,6 Promille angeordnet (§ 13 FeV).
- Cannabis: Für Cannabis gilt seit 2024 die eigene Regelung in § 13a FeV. Eine MPU ist vor allem bei wiederholten Verstößen oder Anzeichen für Missbrauch vorgesehen.
- Harte Drogen: Schon einmaliger Konsum kann zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen.
Ansatzpunkte bei einem Vorwurf
Ein Atemalkohol-Vortest oder ein Drogenschnelltest reicht für ein Bußgeld nicht aus. Maßgeblich ist eine gerichtsverwertbare Atemalkoholmessung mit geeichtem Gerät oder eine Blutprobe. Geprüft werden sollten unter anderem die Wartezeit vor der Atemalkoholmessung, die Eichung des Geräts und die Rückrechnung beim Blutwert.
Alkohol oder Drogen am Steuer vorgeworfen?
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Einspruch prüfenRechtsgrundlagen
- § 24a StVG: 0,5-Promille-Grenze, Cannabis und andere berauschende Mittel
- § 24c StVG: Alkoholverbot für Fahranfänger
- § 13 und § 13a FeV: Klärung von Eignungszweifeln bei Alkohol und Cannabis