Section Control: Wie erkenne ich die neuen Blitzer in Österreich?

03.04.2026, 10:39 Uhr

Die neue Section Control Messung an der Luegbrücke sorgt für Schlagzeilen. Wir erklären, wie Sie die Anlagen erkennen, wo der Unterschied zur Maut-Kamera liegt und welche Bußgelder 2026 drohen.

In Österreich gibt es über 20 Section Control Kontrollpunkte.
In Österreich gibt es über 20 Section Control Kontrollpunkte.

Aktuell: Section Control auf der A13 (Brennerautobahn)

  • Standort: Luegbrücke (Tirol), zwischen der Auffahrt und kurz vor Brenner-Nord.
  • System: Section Control (Abschnittskontrolle) in beide Fahrtrichtungen.
  • Limit: Strikt 60 km/h aufgrund massiver Sanierungsarbeiten (einspurige Verkehrsführung).

Urlauber auf dem Weg nach Italien müssen jetzt besonders wachsam sein: Auf der Brennerautobahn (A13) wurde pünktlich zur Reisesaison 2026 eine moderne Section Control auf der maroden Luegbrücke scharf geschaltet. Da die Brücke aktuell in weiten Teilen nur einspurig befahrbar ist, versteht die ASFINAG bei Tempo-Verstößen keinen Spaß.

Das Besondere an der Anlage: Es wird nicht an einem Punkt geblitzt. Das System erfasst das Kennzeichen bei der Ein- und Ausfahrt der Brücke und errechnet die Durchschnittsgeschwindigkeit. Wer also kurz abbremst und danach wieder beschleunigt, tappt unweigerlich in die Falle.

Verwechslungsgefahr: Blitzer oder Maut-Kamera?

Auf Österreichs Autobahnen herrscht oft Verwirrung über die grauen Kästen und Portale. Unser Mehrwert für Sie: Nicht alles, was nach Blitzer aussieht, kostet Sie ein Bußgeld wegen Speeding. Wir unterscheiden die Systeme:

Anlage / System Funktion Gefahr für Bußgeld?
Section Control (Luegbrücke) Schnitt-Messung Hoch (Geschwindigkeit)
AVK (Autom. Vignettenkontrolle) Vignetten-Check Nur bei fehlender Maut
Mautportale (GO-Box) LKW-Maut Erfassung Nein (für PKW irrelevant)
Abstandsmessung (Video) Distanz-Check Ja (Vormerkdelikt!)

Bußgelder in Österreich 2026: Ermessen statt Katalog

Wer am Brenner geblitzt wird, sucht vergeblich nach einem starren Bußgeldkatalog wie in Deutschland. In Österreich gilt das Prinzip der Einzelfallentscheidung. Die Behörden haben einen enormen Spielraum, der besonders bei der Section Control auf der Luegbrücke (60 km/h Limit!) voll ausgeschöpft wird.

Bußgeldkatalog 2026 Österreich (Außerorts / Brenner A13)
Verstoß Geldbuße (Rahmen)* Punkte/Vormerk. Fahrverbot
Bis 10 km/h zu schnell ab 30 € - nein
Bis 20 km/h zu schnell ab 60 € - nein
Über 30 km/h zu schnell bis 365 € ja (Vormerk.) möglich
Über 50 km/h zu schnell bis 5.000 € ja (Vormerk.) ja (ab 1 Mon.)
* Bei einer Anonymverfügung bleibt der Fahrer anonym; im Strafverfahren drohen Höchstsätze.

Das Hauptproblem für deutsche Urlauber: Wer eine Anonymverfügung (den klassischen Brief aus Österreich) ignoriert oder zu spät zahlt, landet automatisch im ordentlichen Strafverfahren. Dort entfällt der "Rabatt" der Anonymität, und die Behörde kann den vollen Strafrahmen von bis zu 5.000 Euro (oder bei extremer Raserei sogar 7.500 Euro) ausschöpfen.

Experten-Einschätzung: Warum Section Control so tückisch ist

Unser Experte Andreas Junge (Rechtsanwalt für Verkehrsrecht) sieht bei der Section Control in Österreich spezifische Probleme für deutsche Autofahrer:

„Bei der Section Control wird das Kennzeichen von vorne und hinten erfasst. Während in Deutschland das Fahrerfoto zwingend für die Identifizierung ist, gilt in Österreich die Anonymverfügung. Das Bußgeld geht direkt an den Halter. Wer hier ohne Prüfung zahlt, vergibt oft die Chance auf Einspruch, da die Synchronisation der Zeitstempel zwischen den Messpunkten technisch fehleranfällig sein kann.“

Community-Check: „Alles nur Abzocke?“

Auf Plattformen wie Reddit diskutieren Pendler und Urlauber hitzig über die neuen Systeme in Tirol:

  • „Die Leute fahren mit 100 durch die 60er-Baustelle, weil sie denken, die Mautkameras machen nichts. Die Section Control auf der Brücke ist aber echt – das wird ein teures Erwachen geben.“ – Reddit-User (r/Austria)
  • „Vorsicht, die AVK-Kameras (Vignette) werden oft für Blitzer gehalten. Wer dort voll in die Eisen geht, provoziert Unfälle. Man muss den Unterschied kennen!“ – Kommentar aus der Community
Rechtsanwalt Andreas Junge – Fachredaktion Blitzerkatalog
Geprüft vom Blitzer-Experten

Rechtsanwalt für Verkehrsrecht: Andreas Junge

Der Beitrag "Section Control: Wie erkenne ich die neuen Blitzer in Österreich?" wurde von unserer Fachredaktion in enger Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Andreas Junge erstellt.











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