Stationäre Blitzer: Was zeichnet die Messgeräte aus?
Stationäre Blitzer: Welche Messprinzipien (Radar, Piezosensoren, Laser) nutzen sie? Infos zur Bauartzulassung durch die PTB, zur Eichfrist und modernen Infrarot-Blitzern.
Drohen Bußgeld, Punkte oder Fahrverbot?
Mobile und stationäre Blitzer sind anfällig für Messfehler und speichern häufig keine Messdaten. Laut einer Studie sind 56% der Bescheide fehlerhaft. Prüfen Sie jetzt kostenlos, ob ein Einspruch möglich ist.
Zum Blitzer-CheckWas ist ein Stationärer Blitzer?
Ein Stationärer Blitzer ist eine fest installierte Anlage zur Geschwindigkeits- und/oder Rotlichtüberwachung im Straßenverkehr. Im Gegensatz zu mobilen oder teilstationären Messsystemen ist diese Form der Überwachung permanent an einem bestimmten Standort (z. B. am Straßenrand, auf einer Verkehrsinsel oder an einer Ampel) verankert und in Betrieb.
Stationäre Anlagen dienen vorrangig dazu, an besonders gefährlichen Unfallschwerpunkten oder kritischen Zonen (Schulen, Kindergärten) dauerhaft für die Einhaltung des Tempolimits und der Verkehrsregeln zu sorgen. Obwohl sie oft sofort erkennbar sind, arbeiten sie rund um die Uhr und sind eine zentrale Säule der behördlichen Geschwindigkeitskontrolle.
Typische Bauformen und Messprinzipien
Stationäre Blitzer nutzen in der Regel verschiedene Messprinzipien und Gehäuse, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten:
- Piezosensoren/Induktionsschleifen: Sensoren, die in die Fahrbahn eingelassen sind und bei Überfahren durch das Fahrzeug das Tempo messen (z. B. V-Verfahren oder die Technik hinter älteren Starenkästen).
- Radar/Lidar: Geräte, die mittels Funkwellen (Radar) oder Laserimpulsen (Lidar) die Geschwindigkeit ermitteln (z. B. TraffiStar S350 oder PoliScan Speed).
Zu den gängigsten Bauformen stationärer Blitzer gehören:
| Bauform | Beschreibung & Besonderheit |
|---|---|
| Säulenblitzer (Poliscan, Traffistar, Traffi Tower) | Moderne, zylindrische Säulen, die meist mit Lasertechnik arbeiten. Sie sind oft in der Lage, gleichzeitig mehrere Fahrspuren und Fahrtrichtungen zu überwachen. |
| Starenkästen (Traffipax, Traffiphot-III) | Die klassischen, rechteckigen Gehäuse, die primär mit Piezosensoren arbeiten. Sie nutzen meistens sichtbares Rotlicht zum Blitzen und können oft nur eine Fahrspur messen. |
| Ampelblitzer (Poliscan, Gatso GTC) | Spezialisiert auf die Überwachung von Rotlichtverstößen, können aber oft gleichzeitig die Geschwindigkeit messen. Sie werden direkt am Ampelmast montiert. |
Moderne Infrarot- und Schwarzlichttechnik
Moderne stationäre Blitzer, die in Tunneln eingesetzt werden, verwenden zunehmend Infrarot- oder Schwarzlichttechnologie, um den Fahrer beim Auslösen nicht durch einen hellen Blitz zu irritieren. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der TraffiStar S330 von Jenoptik, der über einen Infrarot-Blitz verfügt, der für das menschliche Auge kaum sichtbar ist.
Die Vorteile dieser „unsichtbaren“ Blitztechnik sind:
- Keine Irritation: Der Fahrer wird nicht durch einen grellen Blitz erschreckt, was die Verkehrssicherheit erhöht.
- Bessere Fotos: Die Infrarot- oder LED-Technik liefert auch bei Dunkelheit scharfe, kontrastreiche Beweisfotos.
- Unauffälliger: Der Messvorgang ist für Verkehrsteilnehmer und Umstehende weniger auffällig als ein konventioneller Rotlichtblitz.
Strafen, Eichung und Fehlerquellen
Wird man von einem stationären Blitzer erfasst, drohen die üblichen Strafen aus dem Bußgeldkatalog. Die Höhe richtet sich nach der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung sowie der Lage (innerorts/außerorts).
Da stationäre Blitzer dauerhaft im Einsatz sind, unterliegen sie strengen Prüfungs- und Eichvorschriften. Ohne gültige Eichung sind die Messungen ungültig. Die Eichfrist beträgt in Deutschland in der Regel 12 Monate.
Fehlerquellen bei stationären Anlagen sind seltener als bei mobilen Blitzern, können aber dennoch auftreten. Dazu zählen:
- Ablauf der Eichfrist.
- Wartungsmängel an den in die Fahrbahn eingelassenen Sensoren.
- Falsche Platzierung oder fehlerhafte Ausrichtung des Messkopfes (z. B. nach Vandalismus oder Wartungsarbeiten).
Von stationärem Blitzer erfasst worden?
Auch wenn stationäre Messungen als recht zuverlässig gelten, ist eine Prüfung Ihres Bescheids sinnvoll. Insbesondere die lückenlose Dokumentation der Eichung und der Messvorgang selbst können Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Anfechtung liefern.
Zur kostenlosen PrüfungQuellen & weitere Infos:
- Zulassung: Die Bauartzulassung für Messgeräte erfolgt durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB).
- Gesetzliche Grundlage: Das Mess- und Eichgesetz (MessEG) und die Mess- und Eichverordnung (MessEV).