In Tempo 50-Zone geblitzt: Wie viel Bußgeld muss ich zahlen?
Sie sind bei Tempo 50 geblitzt worden oder möchten sich über die Regeln und Strafen informieren? Hier finden Sie einen Überblick über Sie über die Bußgelder, Punkte & Fahrverbote in einer Tempo 50-Zone.
Die Bedeutung von Tempo 50 innerorts: Sicherheit geht vor
Die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h innerorts ist in Deutschland in § 3 Abs. 3 Nr. 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) festgeschrieben. Diese Regelung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis umfangreicher Studien und langjähriger Erfahrung im Bereich der Verkehrssicherheit. Denn in Städten und Gemeinden treffen viele Verkehrsteilnehmer wie Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer und oft auch spielende Kinder aufeinander.
Tempo 50 soll hier eine Balance schaffen zwischen dem fließenden Verkehr und dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer. Es ermöglicht Autofahrern, auf unvorhergesehene Situationen (z.B. ein plötzlich auf die Straße laufendes Kind oder ein abbiegender Radfahrer) angemessen zu reagieren und den Bremsweg kurz zu halten.
In besonderen Bereichen, wie beispielsweise in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern, können auch strengere Limits wie Tempo 30-Zonen angeordnet werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Aber grundsätzlich gilt: Sobald Sie ein Ortsschild passieren, ist die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt, sofern keine andere Beschilderung vorliegt.
Bremsweg verlängert sich erheblich bei Überschreitungen in einer Tempo 50-Zone
Auch wenn 10 oder 20 km/h zu viel innerorts auf den ersten Blick nicht dramatisch erscheinen mögen, können die Auswirkungen gravierend sein. Der Bremsweg verlängert sich erheblich, und die Aufprallenergie steigt exponentiell an:
- Bei 50 km/h beträgt der Anhalteweg (Reaktionsweg + Bremsweg) auf trockener Fahrbahn ca. 28 Meter.
- Bei 60 km/h sind es bereits ca. 40 Meter.
- Bei 70 km/h verlängert sich der Weg auf ca. 54 Meter.
Dieser geringe Unterschied in der Geschwindigkeit kann entscheidende Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben. Während bei einer innerörtlichen Geschwindigkeit von 50 km/h für Autofahrer noch bessere Chancen bestehen, rechtzeitig zu reagieren und anderen Verkehrsteilnehmern auszuweichen, steigt bei 60 km/h das Risiko schwerster Verletzungen oder tödlicher Folgen bei einem Unfall drastisch an. Es ist unumstritten, dass Unfälle mit höherer Geschwindigkeit tendenziell schwerwiegendere Folgen haben. Besonders Kinder und ältere Menschen sind durch zu schnelles Fahren in Ortschaften extrem gefährdet.
Zwar wird argumentiert, dass eine pauschale Geschwindigkeitsreduzierung die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr mindern könnte, da der Warnhinweis bei speziellen Tempo-30-Zonen entfiele (vgl. Stellungnahme Verband Spedition und Logistik NRW, S. 5), doch die Notwendigkeit, Geschwindigkeiten an Orten mit hoher Unfallgefahr oder schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmern anzupassen (z.B. Schulen, Altersheime), bleibt bestehen.
Darüber hinaus führt zu schnelles Fahren zu einer erhöhten Lärmbelästigung für Anwohner und einem unnötig hohen Kraftstoffverbrauch, was sich negativ auf die Umwelt auswirkt.
Warum wird in Tempo 50-Zonen so oft geblitzt?
Es ist kein Geheimnis: Kommunen und Polizeibehörden blitzen überdurchschnittlich oft in Tempo 50-Zonen. Die Gründe hierfür sind vielfältig:
- Hohe Unfallgefahr: Statistisch gesehen passieren die meisten schweren Unfälle im innerstädtischen Bereich, oft wegen überhöhter Geschwindigkeit. Blitzer sollen hier präventiv wirken und das Unfallrisiko senken.
- Schutz von Schwächeren: In Ortschaften sind Fußgänger, Radfahrer und Schulkinder besonders gefährdet. Blitzer dienen ihrem Schutz.
- Einfache Messbarkeit: Tempo 50 ist eine feste Regelgeschwindigkeit, die an den meisten Straßen gilt. Das macht die Messung und Ahndung von Verstößen unkompliziert.
- Hohes Aufkommen an Verstößen: Viele Fahrer neigen dazu, innerorts "automatisch" etwas zu schnell zu fahren, da die Strecken oft kurz und die Versuchung groß ist. Dies führt zu einer hohen Trefferquote bei Blitzern.
- Einnahmen für Kommunen: Auch wenn der primäre Zweck die Verkehrssicherheit ist, generieren Blitzer erhebliche Einnahmen für Städte und Gemeinden, die oft für weitere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit oder andere kommunale Aufgaben verwendet werden.
Geschwindigkeitsüberschreitung in Tempo 50-Zone: Bußgelder & Strafen
Eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in einer Tempo 50-Zone kann teuer werden und weitreichende Konsequenzen haben. Neben dem Bußgeld können auch Punkte im Fahreignungsregister (Flensburg) und ein Fahrverbot drohen. Die genaue Höhe der Strafe hängt davon ab, um wie viele km/h Sie die Geschwindigkeit überschritten haben und ob Sie bereits Voreintragungen in Flensburg haben oder in der Probezeit sind.
| Zu schnell innerorts |
|
Punkte | Fahrverbot | Einspruch |
|---|---|---|---|---|
| Bis 10 km/h | 30 € | - | Nein | eher nicht |
| 11 - 15 km/h | 50 € | - | Nein | eher nicht |
| 16 - 20 km/h | 70 € | 1 | Nein | eher nicht |
| 21 - 25 km/h | 115 € | 1 | Nein | Einspruch prüfen |
| 26 - 30 km/h | 180 € | 1 | 1 Monat** | Einspruch prüfen |
| 31 - 40 km/h | 260 € | 2 | 1 Monat | Einspruch prüfen |
| 41 - 50 km/h | 400 € | 2 | 2 Monate | Einspruch prüfen |
| 51 - 60 km/h | 560 € | 2 | 2 Monate | Einspruch prüfen |
| 61 - 70 km/h | 700 € | 2 | 3 Monate | Einspruch prüfen |
| Über 70 km/h | 800 € | 2 | 3 Monate | Einspruch prüfen |
|
* Bitte beachten Sie: Die Gebühren eines Bußgeldbescheides betragen 25 € bzw. max. 5% des Bußgeldbetrages. Dazu kommen noch Auslagen in Höhe von 3,50 € für den Postversand. Diese werden beim Aktivieren der Checkbox mit berücksichtigt. |
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| km/h |
|
Pkt. | Fv. | Einspruch |
|---|---|---|---|---|
| <10 | 30 € | - | Nein | eher nicht |
| 11-15 | 50 € | - | Nein | eher nicht |
| 16-20 | 70 € | 1 | Nein | eher nicht |
| 21-25 | 115 € | 1 | Nein | Jetzt prüfen |
| 26-30 | 180 € | 1 | 1M** | Jetzt prüfen |
| 31-40 | 260 € | 2 | 1M | Jetzt prüfen |
| 41-50 | 400 € | 2 | 2M | Jetzt prüfen |
| 51-60 | 560 € | 2 | 2M | Jetzt prüfen |
| 61-70 | 700 € | 2 | 3M | Jetzt prüfen |
| >70 | 800 € | 2 | 3M | Jetzt prüfen |
BG. = Bußgeld, P = Punkte, FV = Fahrverbot
* Bitte beachten Sie: Die Gebühren eines Bußgeldbescheides betragen 25 € bzw. max. 5% des Bußgeldbetrages. Dazu kommen noch Auslagen in Höhe von 3,50 € für den Postversand. Diese werden beim Aktivieren der Checkbox mit berücksichtigt.
** Ein Fahrverbot von 1 Monat droht, wenn innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschritten wird.
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Tempo 50-Zone kann von einem geringen Verwarnungsgeld bis zu empfindlichen Strafen reichen. Während eine Überschreitung von 1 km/h bis zu 10 km/h innerorts oft noch mit einem Verwarnungsgeld geahndet wird, verschärfen sich die Konsequenzen über 15 km/h deutlich:
Fahren Sie 16 km/h zu schnell innerorts, müssen Sie bereits mit einem erhöhten Bußgeld rechnen. Einen ersten Punkt in Flensburg erhalten Sie ab einer Überschreitung von 21 km/h innerorts. Bereits ab 26 km/h zu viel innerorts drohen nicht nur höhere Bußgelder und Punkte, sondern für Wiederholungstäter auch ein einmonatiges Fahrverbot. Und bei einer Überschreitung von 30 km/h innerorts oder gar 40 km/h innerorts führt dies in der Regel zu einem Fahrverbot. Die detaillierten Strafen finden Sie in unserer Übersichtstabelle.
Exakte Strafen in Tempo 50-Zonen: Beispiele für gravierende Überschreitungen
Welche genauen Konsequenzen drohen, wenn Sie eine Tempo 50-Zone mit überhöhter Geschwindigkeit passieren? Die folgenden Beispiele zeigen Ihnen detailliert, mit welchen Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten Sie bei spezifischen Geschwindigkeiten rechnen müssen. Tiefergehende Informationen zu Überschreitungen in Tempo 50-Zonen finden Sie beim Verbraucherrechtsportal Jusora:
| Gefahrene Geschwindigkeit (in 50er-Zone) | Bußgeld (mit Gebühren) | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 71 km/h | 138,50 € | 1 | Nein |
| 76 km/h | 208,50 € | 1 | 1 Monat* |
| 81 km/h | 288,50 € | 2 | 1 Monat |
| 85 km/h | 288,50 € | 2 | 1 Monat |
| 91 km/h | 428,50 € | 2 | 2 Monate |
| 95 km/h | 428,50 € | 2 | 2 Monate |
| 101 km/h | 591,50 € | 2 | 2 Monate |
| 105 km/h | 591,50 € | 2 | 2 Monate |
| 111 km/h | 738,50 € | 2 | 3 Monate |
| 121 km/h | 843,50 € | 2 | 3 Monate |
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* Ein Fahrverbot von 1 Monat droht, wenn innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschritten wird. |
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| Gef. Geschw. | Bußgeld | Pkt. | Fv. |
|---|---|---|---|
| 71 km/h | 143,50 € | 1 | Nein |
| 76 km/h | 208,50 € | 1 | 1M* |
| 81 km/h | 288,50 € | 2 | 1M |
| 85 km/h | 288,50 € | 2 | 1M |
| 91 km/h | 428,50 € | 2 | 2M |
| 95 km/h | 428,50 € | 2 | 2M |
| 101 km/h | 591,50 € | 2 | 2M |
| 105 km/h | 591,50 € | 2 | 2M |
| 111 km/h | 738,50 € | 2 | 3M |
| 121 km/h | 843,50 € | 2 | 3M |
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** Ein Fahrverbot von 1 Monat droht, wenn innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschritten wird. |
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Gef. Geschw.: Gefahrene Geschwindigkeit in 50er-Zone | Bußgeld: Mit Gebühren | Pkt.: Punkte in Flensburg | Fv.: Fahrverbot (M = Monat)
Messtoleranz: Der kleine Puffer für Geschwindigkeitsmessungen
Bei jeder Geschwindigkeitsmessung, sei es durch Blitzer, Laserpistolen oder andere Geräte, wird eine sogenannte Messtoleranz abgezogen. Dieser Puffer soll mögliche Ungenauigkeiten der Messgeräte ausgleichen und dient der Rechtssicherheit.
- Bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h werden in der Regel 3 km/h von der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen.
- Bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h werden 3 % der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen.
Wenn Sie also innerorts mit 58 km/h geblitzt werden, rechnet die Behörde mit 55 km/h (58 km/h - 3 km/h Toleranz) als zu ahndende Geschwindigkeit. Erst dieser Wert entscheidet über das Bußgeld und mögliche Punkte. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Toleranz bereits abgezogen wird, Sie also keinen weiteren Abzug erwarten dürfen.
Zwei Mal geblitzt – Droht ein Fahrverbot?
Eine besondere Regelung im deutschen Verkehrsrecht betrifft sogenannte Wiederholungstäter. Wer innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschreitet, gilt als Wiederholungstäter. In diesem Fall droht ein zusätzliches, in der Regel einjähriges Fahrverbot, selbst wenn die einzelne Übertretung noch kein Fahrverbot zur Folge hätte.
Diese Regelung soll dazu beitragen, notorische Raser aus dem Verkehr zu ziehen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Ein Fahrverbot kann für viele Menschen erhebliche Einschränkungen im Alltag bedeuten, insbesondere wenn sie beruflich auf ihren Führerschein angewiesen sind.
FAQ zu Tempo 50-Zonen
Relevante Gesetze:
- § 3 StVO (Geschwindigkeit)
- Anlage zu § 1 Abs. 1 BKatV (Bußgeldkatalog)
- § 4 StVG (Fahreignungs-Bewertungssystem)
- § 2a StVG (Probezeit für Fahranfänger)
Quellenangaben:
- [1] Kraftfahrt-Bundesamt (KBA): Informationen zur Verkehrssicherheit und Fahreignung
- [2] Kraftfahrt-Bundesamt (KBA),Bundeseinheitlicher Tatbestandskatalog (BT-KAT-OWI), 15.1 Auflage