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Glossar Verkehrsrecht

Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV): Was regelt sie?

Die Fahrerlaubnis-Verordnung regelt Führerscheinklassen, Probezeit, MPU und Punkte. Was in der FeV steht und warum sie nach einem Blitzer wichtig wird.

Was ist die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)?

Die Fahrerlaubnis-Verordnung regelt alles rund um die Fahrerlaubnis: wer sie bekommt, welche Klassen es gibt, welche Prüfungen nötig sind und wann die Führerscheinstelle die Eignung überprüfen darf. Sie konkretisiert die Vorgaben des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Das StVG setzt den Rahmen, die FeV füllt ihn mit Einzelheiten.

Was die FeV regelt

Bereich Inhalt
Fahrerlaubnisklassen Einteilung in Klassen wie AM, A, B, C und D, Mindestalter und Einschlüsse
Erwerb Ausbildung, theoretische und praktische Prüfung, Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs
Begleitetes Fahren Führerschein ab 17 mit Begleitperson (§ 48a FeV)
Eignung körperliche und geistige Anforderungen, ärztliche Gutachten, MPU
Punkte Anlage 13: welcher Verstoß wie viele Punkte bringt
Ausländische Fahrerlaubnisse Anerkennung und Umschreibung von Führerscheinen aus dem Ausland

Probezeit für Fahranfänger

Wer die Fahrerlaubnis erstmals erwirbt, ist zwei Jahre in der Probezeit. Grundlage ist § 2a StVG, die Einzelheiten stehen in der FeV. Verstöße werden in A-Verstöße (schwerwiegend) und B-Verstöße (weniger schwerwiegend) eingeteilt. Ein A-Verstoß, etwa 21 km/h zu schnell oder ein Rotlichtverstoß, oder zwei B-Verstöße führen zu einem Aufbauseminar und zur Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.

MPU und Eignungszweifel

Die FeV legt fest, wann die Führerscheinstelle Zweifel an der Fahreignung klären muss. Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wird unter anderem angeordnet:

  • nach einer Trunkenheitsfahrt mit 1,6 Promille oder mehr oder bei wiederholten Alkoholverstößen (§ 13 FeV)
  • bei Hinweisen auf Drogenkonsum oder bei Verstößen unter Drogeneinfluss (§ 14 FeV, für Cannabis § 13a FeV)
  • vor der Neuerteilung, wenn die Fahrerlaubnis wegen 8 Punkten entzogen wurde
  • bei erheblichen oder wiederholten Verkehrsverstößen oder Straftaten (§ 11 FeV)

Seit der Cannabis-Legalisierung 2024 gelten für Cannabis eigene Regeln. Am Steuer liegt der Grenzwert bei 3,5 Nanogramm THC je Milliliter Blutserum (§ 24a StVG).

FeV und Bußgeldverfahren

Bußgelder selbst legt die FeV nicht fest, das übernimmt der Bußgeldkatalog. Die FeV entscheidet aber mit, welche Folgen ein Verstoß über das Bußgeld hinaus hat:

  • wie viele Punkte ein Verstoß bringt (Anlage 13 FeV),
  • ob ein Verstoß in der Probezeit als A- oder B-Verstoß zählt,
  • ob die Führerscheinstelle eine MPU anordnen darf.

Deshalb kann schon ein einzelner Blitzer-Verstoß, etwa eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit, weitreichende Folgen haben. Ein genauer Blick auf die Messung lohnt sich dann besonders.

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