MPU: Bei welchen Verstößen wird die Untersuchung angeordnet?

Die medizinisch-psychologische-Untersuchung, kurz MPU, kann angeordet werden, wenn ein sehr schwerwiegender Verkehrsverstoß, eine Straftat oder das Erreichen eines Punktestandes von über 8 Punkten vorliegt.

Veröffentlicht am: 07.11.2025, 09:07 Uhr

Was ist die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), im Volksmund oft als "Idiotentest" bezeichnet, ist eine behördlich angeordnete Untersuchung zur Überprüfung der Fahreignung. Sie dient dazu festzustellen, ob eine Person trotz schwerwiegender Verkehrsverstöße die notwendige charakterliche Eignung besitzt, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

Die MPU wird von der Führerscheinstelle angeordnet und ist in der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) geregelt. Sie ist in der Regel Voraussetzung für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis, nachdem diese entzogen wurde.


Gründe für die Anordnung einer MPU

Die MPU ist nicht die Regel, sondern wird nur bei besonderen Anlässen angeordnet, die erhebliche Zweifel an der Fahreignung begründen. Die häufigsten Anlässe sind:

Anlass Details
Alkohol Wiederholte Alkoholdelikte oder einmaliges Fahren mit einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,6 Promille oder mehr.
Drogen Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss illegaler Drogen oder der Besitz von Drogen.
Punkte Erreichen von 8 Punkten im Punktesystem (geregelt im StVG).
Straftaten Erhebliche Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr (z. B. Nötigung, Unfallflucht).

Bei Anordnung der MPU spielt die Art des zugrunde liegenden Verstoßes gegen die StVO, etwa durch Geschwindigkeitsverstöße oder Abstandsverstöße, eine Rolle, sofern sie zu einer hohen Punktzahl geführt haben.


Ablauf und Anforderungen der MPU

Die MPU besteht aus drei Teilen und wird von amtlich anerkannten Begutachtungsstellen durchgeführt. Nur ein positives Gutachten führt zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis:

  • Medizinische Untersuchung: Hier wird die körperliche Eignung geprüft, insbesondere die Abstinenznachweise bei Alkohol- oder Drogenvorgeschichte.
  • Leistungstests: Überprüfung der Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit.
  • Psychologisches Gespräch: Dies ist der wichtigste Teil. Hier muss der Proband glaubhaft darlegen, dass er seine Fehler erkannt hat, sein Verhalten geändert wurde und keine Wiederholungsgefahr besteht.

Die Dauer des Verfahrens hängt von den Vorbereitungen ab, insbesondere der Einhaltung von Abstinenzzeiten, die in der Regel 6 bis 12 Monate betragen. Die Kosten für die MPU selbst sind vom Probanden zu tragen.


Quellen & weiterführende Glossar-Einträge:

Redaktion Blitzerkatalog.org

Dieser Beitrag wurde von unserer Fachredaktion in Zusammenarbeit mit unserem Rechtsexperten Andreas Junge erstellt. Wir prüfen die Inhalte regelmäßig auf Basis der aktuellen StVO-Novellen 2026, um Ihnen höchste Transparenz und Rechtssicherheit zu bieten.