§ 2a StVG: Fahrerlaubnis auf Probe und Maßnahmen
Was § 2a StVG zur Probezeit regelt: Dauer, A- und B-Verstöße, Aufbauseminar und Entzug. Und warum der Einspruch gegen den Bescheid so wichtig ist.
Was regelt § 2a StVG?
§ 2a StVG regelt die Fahrerlaubnis auf Probe. Wer erstmals eine Fahrerlaubnis erwirbt, ist zwei Jahre in der Probezeit. Die Vorschrift legt fest, wann die Probezeit beginnt und endet, welche Verstöße zählen und welche Maßnahmen die Fahrerlaubnisbehörde anordnen muss. Einen Überblick für Fahranfänger finden Sie im Beitrag Probezeit.
Beginn, Dauer und Ende der Probezeit
- Beginn: mit der Erteilung der ersten Fahrerlaubnis, beim begleiteten Fahren also schon mit 17.
- Dauer: zwei Jahre. Nach einem Aufbauseminar verlängert sie sich um zwei Jahre auf insgesamt vier.
- Entziehung: Wird die Fahrerlaubnis entzogen, endet die Probezeit vorzeitig. Bei Neuerteilung beginnt eine neue Probezeit für die Restdauer der alten.
Spätere Klassen, etwa ein Motorradführerschein, lösen keine neue Probezeit aus.
A-Verstöße und B-Verstöße
Welche Verstöße schwer und welche weniger schwer wiegen, bestimmt Anlage 12 zur Fahrerlaubnis-Verordnung. Es zählen nur rechtskräftige Entscheidungen, die im Fahreignungsregister eingetragen werden:
- A-Verstöße: zum Beispiel mehr als 20 km/h zu schnell, jeder Rotlichtverstoß, Handy am Steuer, zu geringer Abstand mit Punkt, Alkohol am Steuer und Straftaten wie Unfallflucht.
- B-Verstöße: zum Beispiel abgefahrene Reifen, eine um mehr als acht Monate überzogene Hauptuntersuchung oder ungesicherte Ladung.
Die Maßnahmen nach § 2a Abs. 2 StVG
| Auslöser | Maßnahme |
|---|---|
| ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße | Aufbauseminar, Probezeit verlängert sich auf vier Jahre |
| weiterer A-Verstoß oder zwei weitere B-Verstöße | schriftliche Verwarnung und Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung |
| erneuter A-Verstoß oder zwei B-Verstöße nach Ablauf von zwei Monaten seit der Verwarnung | Entziehung der Fahrerlaubnis, Neuerteilung frühestens nach drei Monaten |
Das Aufbauseminar kostet je nach Fahrschule mehrere hundert Euro. Wer es nicht fristgerecht besucht, verliert die Fahrerlaubnis.
Wichtig: Die Behörde ist an den Bescheid gebunden
Die Fahrerlaubnisbehörde prüft den Verstoß nicht noch einmal. Sie ist an die rechtskräftige Entscheidung gebunden (§ 2a Abs. 2 S. 2 StVG). Wer die Probezeitmaßnahmen vermeiden will, muss deshalb gegen den Bußgeldbescheid vorgehen, solange die Einspruchsfrist von zwei Wochen läuft. Wird der Bescheid erst einmal bezahlt und rechtskräftig, folgen die Maßnahmen automatisch.
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Einspruch prüfenRechtsgrundlagen
- § 2a StVG: Fahrerlaubnis auf Probe
- § 2b StVG: Aufbauseminar
- Anlage 12 FeV: Bewertung der Verstöße in der Probezeit