3.159 Blitzer ausgewertet: Dieser Superblitzer steht mit Abstand an der Spitze

Oliver Godolt, Fachredakteur für Verkehrsrecht bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht

Wir haben 3.159 Blitzer-Standorte ausgewertet. PoliScan Speed taucht dabei deutlich häufiger auf als jedes andere Messgerät – doch entscheidend ist auch, ob mobil, aus einem Blitzeranhänger oder stationär gemessen wird.

PoliScan Speed und weitere Blitzer-Messgeräte im Vergleich an 3.159 Messstellen
Eine Auswertung von 3.159 Blitzer-Standorten zeigt, welche Messgeräte besonders häufig zum Einsatz kommen.

3.159 Blitzer im Check: Das Wichtigste

  • 3.159 Blitzer-Standorte haben wir für die aktuelle Auswertung betrachtet.
  • 1.348 Messstellen: PoliScan Speed kommt häufiger vor als jedes andere separat ausgewiesene Messsystem.
  • 535 Messstellen: PoliScan FM1 folgt auf Platz zwei.
  • 1.883 Standorte: PoliScan Speed und PoliScan FM1 kommen zusammen auf 59,6 Prozent aller ausgewerteten Messstellen.
  • 335 Standorte: TraffiStar S350 folgt mit deutlichem Abstand.
  • Stand der Auswertung: 18. September 2026.

Wir wollten wissen, welches Messgerät an unseren Blitzer-Standorten am häufigsten auftaucht. Dafür haben wir 3.159 Messstellen aus unserer Blitzer-Suche ausgewertet. Das Ergebnis ist überraschend eindeutig.

An 1.348 Standorten kommt nach unseren Informationen PoliScan Speed zum Einsatz. Damit begegnet uns dieses Messsystem deutlich häufiger als jedes andere Gerät in der Auswertung.

Auf Platz zwei folgt PoliScan FM1 mit 535 Messstellen. Nimmt man beide PoliScan-Systeme zusammen, kommen sie auf 1.883 Standorte. Das entspricht 59,6 Prozent aller 3.159 untersuchten Messstellen.

Wichtig: Wir zählen Messstellen und nicht einzelne Geräte im Besitz der Behörden. Gerade mobile Blitzer und Blitzeranhänger wechseln ihren Standort. Ein einzelnes Messgerät kann deshalb an mehreren Stellen in unserer Blitzer-Suche auftauchen.

Diese Messgeräte begegnen uns am häufigsten

Der Abstand an der Spitze ist groß. PoliScan Speed kommt auf mehr als doppelt so viele Messstellen wie PoliScan FM1. TraffiStar S350 folgt mit 335 Standorten auf Platz drei.

Messgerät Messstellen Anteil
PoliScan Speed 1.348 42,7 %
PoliScan FM1 535 16,9 %
TraffiStar S350 335 10,6 %
ESO 144 4,6 %
VKS 92 2,9 %
TraffiStar S330 41 1,3 %
Gatso 8 0,3 %

Die sieben separat ausgewiesenen Geräteklassen kommen zusammen auf 2.503 Messstellen. An weiteren Standorten wird ein anderes System verwendet oder das konkrete Messgerät ist uns bislang nicht sicher bekannt.

PoliScan Speed: mobil auf dem Stativ oder fest in der Säule

Dass PoliScan Speed so weit vorne liegt, dürfte auch mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten zusammenhängen. Viele Autofahrer kennen das System als mobilen Blitzer auf einem Stativ am Straßenrand.

PoliScan Speed gibt es allerdings nicht nur bei mobilen Kontrollen. Die Technik wird auch stationär in fest installierten Messsäulen eingesetzt.

Das gleiche Messsystem kann einem Autofahrer deshalb völlig unterschiedlich begegnen: einmal relativ unscheinbar auf einem Stativ neben der Fahrbahn und ein anderes Mal dauerhaft in einer stationären Säule.

VITRONIC beschreibt die PoliScan-Technik entsprechend flexibel für mobile, stationäre und semistationäre Geschwindigkeitskontrollen.

PoliScan FM1 steckt besonders häufig im Blitzeranhänger

Beim PoliScan FM1 sieht das typische Einsatzbild etwas anders aus. Dieses Messgerät begegnet uns besonders häufig in Blitzeranhängern beziehungsweise Enforcement Trailern.

Dabei sitzt die Messtechnik geschützt im Inneren des Anhängers. Der Trailer kann an einer Messstelle abgestellt werden und dort über einen längeren Zeitraum weitgehend selbstständig kontrollieren. Anschließend lässt er sich an einen anderen Standort versetzen.

VITRONIC nennt PoliScan FM1 ausdrücklich als Messsystem für den Enforcement Trailer. Auch in unserer Blitzer-Suche finden sich zahlreiche Messstellen, an denen FM1 in Verbindung mit einem solchen Blitzeranhänger eingesetzt wird.

PoliScan ist nicht gleich PoliScan: PoliScan Speed begegnet Autofahrern unter anderem als mobiles Stativgerät oder in einer festen Säule. PoliScan FM1 ist dagegen besonders häufig aus Blitzeranhängern bekannt. Beide Systeme arbeiten mit laserbasierter Lidar-Technik.

Mobil, Blitzeranhänger oder stationär – was ist der Unterschied?

Für Autofahrer können diese Kontrollen völlig unterschiedlich aussehen, obwohl teilweise Technik derselben Gerätefamilie dahintersteckt.

Art der Messung Typischer Aufbau Beispiel
Mobil Das Messgerät wird für die Kontrolle aufgebaut und anschließend wieder entfernt, häufig auf einem Stativ. PoliScan Speed
Blitzeranhänger Die Messtechnik befindet sich geschützt in einem versetzbaren Enforcement Trailer. PoliScan FM1
Stationär Die Messanlage bleibt dauerhaft an einem festen Standort, beispielsweise in einer Messsäule. PoliScan Speed

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich aus dem Namen des Messgeräts allein nicht immer erkennen lässt, wie die Kontrolle vor Ort aussieht. Gerade PoliScan-Technik kann in unterschiedlichen Gehäusen und Einsatzformen verwendet werden.

TraffiStar S350 folgt mit deutlichem Abstand

Hinter den beiden PoliScan-Systemen folgt TraffiStar S350. Das Messgerät kommt in unserer Auswertung auf 335 Messstellen und damit auf 10,6 Prozent.

Danach wird der Abstand noch größer. ESO erreicht 144 Standorte, VKS 92 und TraffiStar S330 41. Für Gatso weist unsere aktuelle Suche acht Messstellen aus.

Die reine Anzahl sagt allerdings nicht alles über die Bedeutung eines Systems aus. VKS wird beispielsweise vor allem bei videogestützten Abstands- und Geschwindigkeitskontrollen eingesetzt und spielt dadurch insbesondere auf Autobahnen eine besondere Rolle.

Auf dem Bußgeldschreiben steht häufig gar nicht, welcher Blitzer gemessen hat

Wer nach einer Geschwindigkeitsmessung einen Anhörungsbogen, Zeugenfragebogen oder Bußgeldbescheid erhält, findet dort nicht unbedingt die genaue Bezeichnung des verwendeten Messgeräts.

Behörden verwenden teilweise deutlich allgemeinere Formulierungen. Ein Beispiel liefert das Regierungspräsidium Kassel. In einem dokumentierten Zeugenfragebogen wird als Beweismittel lediglich „Messung mit Lasergerät und Foto“ genannt.

Das beschreibt zwar die Art der Messung, verrät aber noch nicht, welches konkrete Gerät zum Einsatz kam.

Hinter „Lasergerät und Foto“ kann PoliScan-Technik stecken

Genau hier wird die Zuordnung der einzelnen Messstellen interessant. An vielen Standorten kennen wir nicht nur das Messprinzip, sondern auch das konkret verwendete Gerät.

Ein Beispiel findet sich auf der A49 bei Kassel. Dort kommt an einer von uns erfassten Messstelle PoliScan Speed zum Einsatz. Zuständige Bußgeldstelle ist das Regierungspräsidium Kassel.

Auch an weiteren von uns erfassten hessischen Messstellen wird mit PoliScan Speed gemessen. Die allgemeinere Angabe „Messung mit Lasergerät und Foto“ kann deshalb durchaus zu einer PoliScan-Messung passen.

Sie bedeutet allerdings nicht automatisch, dass PoliScan Speed eingesetzt wurde. Auch andere Geschwindigkeitsmesssysteme arbeiten mit laserbasierter Technik.

Wichtig: „Lasergerät und Foto“ ist keine konkrete Gerätebezeichnung. Welches Messsystem tatsächlich verwendet wurde, ergibt sich erst aus dem jeweiligen Messvorgang und den dazugehörigen Unterlagen.

Warum PoliScan zu dieser Beschreibung passt

PoliScan arbeitet mit laserbasierter Lidar-Technik. Dabei werden Fahrzeuge innerhalb eines definierten Messbereichs erfasst und ihre Geschwindigkeit bestimmt.

Wird eine Geschwindigkeitsüberschreitung festgestellt, entstehen zusätzlich Aufnahmen, die unter anderem der Zuordnung von Fahrzeug und Fahrer dienen können. Die Beschreibung „Lasergerät und Foto“ passt deshalb technisch zu einer PoliScan-Messung, benennt das konkrete Gerät aber nicht.

Weitere Informationen zur Technik finden Sie in unseren Ratgebern zu PoliScan Speed und PoliScan FM1.

Warum es mehr Messstellen als einzelne Geräte geben kann

Bei der Interpretation unserer Zahlen ist ein Unterschied wichtig: Wir zählen Messstellen und Standorte, nicht die Zahl der einzelnen Geräte, die eine Stadt, ein Landkreis oder eine Polizeibehörde besitzt.

Gerade mobile Blitzer können nacheinander an vielen verschiedenen Stellen eingesetzt werden. Das gleiche Gerät kann deshalb an mehreren bekannten Messorten auftauchen.

Ähnlich ist es bei Blitzeranhängern. Auch sie können mehrere Tage an einem Standort messen und anschließend umgesetzt werden.

Umgekehrt kann sich die Technik an einer festen Messstelle im Laufe der Zeit ändern. Alte Anlagen werden ersetzt oder modernisiert und mobile Kontrollpunkte können mit unterschiedlichen Geräten angefahren werden.

Was unsere Auswertung zeigt – und was nicht

Die Zahlen zeigen sehr deutlich, welche Messtechnik an den von uns bekannten Blitzer-Standorten besonders häufig auftaucht. Vor allem PoliScan Speed und PoliScan FM1 fallen dabei auf.

Die Auswertung sagt allerdings nicht, wie viele einzelne Geräte eines bestimmten Modells deutsche Behörden tatsächlich besitzen. Ein mobiles Messgerät kann schließlich an zahlreichen Standorten verwendet werden.

Auch ist unsere Blitzer-Suche kein amtliches Vollregister sämtlicher aktuell aktiver Messstellen in Deutschland. Neue Standorte kommen hinzu, mobile Kontrollen wechseln und bestehende Anlagen werden ausgetauscht.

Die für diese Auswertung verwendeten Zahlen entsprechen dem Stand vom 18. September 2026.

Als Nächstes schauen wir auf Deutschlands Autobahnen

Mit mehr als 3.000 Messstellen lassen sich noch einige weitere spannende Fragen beantworten. Besonders interessant ist die Verteilung auf den deutschen Autobahnen.

In unserer nächsten Auswertung schauen wir deshalb darauf, auf welchen Autobahnen wir besonders viele Geschwindigkeits- und Abstandsmessstellen kennen.

Schon die ersten Zahlen zeigen ein knappes Rennen: A1, A3 und A7 gehören zu den Strecken mit besonders vielen Messstellen. Welche Autobahn tatsächlich vorne liegt und welche Technik dort eingesetzt wird, schauen wir uns im nächsten Datencheck genauer an.

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