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Glossar Verkehrsrecht

Bußgeld: Unterschied zu Verwarnungsgeld und Geldstrafe

Was ein Bußgeld ist, wie es sich von Verwarnungsgeld und Geldstrafe unterscheidet, welche Kosten und Fristen gelten und wann sich ein Einspruch lohnt.

Was ist ein Bußgeld?

Ein Bußgeld, im Gesetz Geldbuße genannt, ist die Sanktion für eine Ordnungswidrigkeit. Es wird von einer Behörde festgesetzt, meist der Bußgeldstelle, und nicht von einem Strafgericht. Wer ein Bußgeld zahlt, ist deshalb nicht vorbestraft.

Im Straßenverkehr geht es typischerweise um Geschwindigkeitsverstöße, Rotlichtverstöße, zu wenig Abstand oder Handy am Steuer. Die Beträge stehen im Bußgeldkatalog.

Verwarnungsgeld, Bußgeld und Geldstrafe

Art Höhe Folgen
Verwarnungsgeld 5 bis 55 € keine Punkte, keine Gebühren; mit der Zahlung ist die Sache erledigt
Bußgeld ab 60 € Bußgeldbescheid mit Gebühren, in der Regel Punkte, gegebenenfalls Fahrverbot
Geldstrafe in Tagessätzen nach Einkommen Strafurteil oder Strafbefehl bei einer Straftat, etwa einer Trunkenheitsfahrt

Die Höchstgrenze für Bußgelder im Straßenverkehr liegt bei 2.000 € (§ 24 StVG), bei Alkohol und Drogen nach § 24a StVG bei 3.000 €. Bei Vorsatz wird der Regelsatz verdoppelt, mehr dazu unter § 17 OWiG.

Was zum Bußgeld dazukommt

Ein Bußgeld wird mit einem Bußgeldbescheid festgesetzt. Dazu kommen eine Gebühr von 5 % der Geldbuße, mindestens 25 €, und Auslagen für die Zustellung von rund 3,50 €. Bei 60 € Bußgeld zahlen Sie also insgesamt 88,50 €.

Ab 60 € werden Verkehrsverstöße in der Regel mit Punkten im Fahreignungsregister eingetragen. Mehr dazu unter Punktesystem.

Fristen beim Bußgeld

  • Einspruch: zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids. Danach wird er rechtskräftig.
  • Zahlung: spätestens zwei Wochen nach Rechtskraft. Auf Antrag ist Ratenzahlung möglich.
  • Verjährung: Für Verkehrsverstöße nach § 24 StVG gilt seit dem 1. Juli 2026 eine Verfolgungsverjährung von sechs Monaten.

Wer ein Verwarnungsgeld nicht innerhalb der gesetzten Frist zahlt, erhält in der Regel einen Anhörungsbogen und danach einen Bußgeldbescheid, dann mit Gebühren.

Lohnt sich ein Einspruch?

Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn Punkte oder ein Fahrverbot drohen oder Zweifel an der Messung bestehen. Häufige Ansatzpunkte sind Messfehler, eine abgelaufene Eichung, ein falsch berechneter Toleranzabzug oder ein unscharfes Foto. Nach einem Einspruch kann die Entscheidung aber auch ungünstiger ausfallen. Deshalb sollte vorher die Akte geprüft werden.

Rechtsgrundlagen

  • § 17 OWiG: Höhe der Geldbuße
  • § 56 OWiG: Verwarnung
  • § 67 OWiG: Einspruch
  • Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV)

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