Blitzer hinter dem Blitzer: Polizei erwischt 701 Temposünder auf der A6

Oliver Godolt, Fachredakteur für Verkehrsrecht bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht

Direkt hinter einer stationären Messanlage auf der A6 führte die Polizei eine mobile Kontrolle durch. In sechs Stunden wurden 701 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.

Mobile Geschwindigkeitsmessung hinter einem stationären Blitzer auf der A6 bei Ramstein-Miesenbach
Bei einer mobilen Geschwindigkeitskontrolle hinter einer stationären Messanlage auf der A6 stellte die Polizei 701 Verstöße fest.

Blitzer hinter dem Blitzer auf der A6: Das Wichtigste

  • Ort: A6 bei Ramstein-Miesenbach in Richtung Saarbrücken.
  • Kontrolle: 23. September 2026 von 13:30 bis 19:30 Uhr.
  • Besonderheit: Die mobile Messstelle befand sich hinter einer stationären Messanlage.
  • Verkehr: Knapp 7.000 Fahrzeuge passierten die Kontrolle.
  • Verstöße: 701 Fahrzeuge waren zu schnell.
  • Tempolimit: 80 km/h.
  • Spitzenwert: 117 km/h.

Ein bekannter stationärer Blitzer – und kurz dahinter noch eine mobile Geschwindigkeitskontrolle: Auf der A6 bei Ramstein-Miesenbach hat die Polizei mit dieser Kombination innerhalb von nur sechs Stunden 701 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.

Die Kontrolle fand am 23. September 2026 in Fahrtrichtung Saarbrücken statt. Nach Angaben der Polizeiautobahnstation Kaiserslautern passierten zwischen 13:30 und 19:30 Uhr knapp 7.000 Fahrzeuge die mobile Messstelle.

Damit war ungefähr jedes zehnte kontrollierte Fahrzeug zu schnell.

Überraschungseffekt: Die mobile Messstelle stand im Bereich hinter einer stationären Anlage. Die Polizei geht davon aus, dass viele Verkehrsteilnehmer nicht mit einer weiteren Geschwindigkeitskontrolle gerechnet hatten.

Mobile Kontrolle direkt hinter dem stationären Blitzer

Der Standort der Kontrolle war bewusst ungewöhnlich gewählt. Die mobile Geschwindigkeitsmessung befand sich nach Angaben der Polizei hinter der dort vorhandenen stationären Messanlage.

Viele Autofahrer kennen feste Blitzer entlang ihrer regelmäßigen Strecke genau. Entsprechend kann die Versuchung entstehen, unmittelbar nach einer bekannten Messstelle wieder zu beschleunigen.

Genau dieser Effekt dürfte bei der A6-Kontrolle eine Rolle gespielt haben. Die Polizei spricht selbst von einem Überraschungseffekt.

701 Verstöße in nur sechs Stunden

Das Ergebnis der Kontrolle fällt deutlich aus. Innerhalb von sechs Stunden passierten knapp 7.000 Fahrzeuge die Messstelle.

Bei 701 Fahrzeugen stellte die Polizei eine Geschwindigkeitsüberschreitung fest.

Kontrolle auf der A6 Ergebnis
Dauer 6 Stunden
Fahrzeuge knapp 7.000
Geschwindigkeitsverstöße 701
Tempolimit 80 km/h
Höchste Messung 117 km/h

Rechnerisch entspricht das einer Verstoßquote von ungefähr zehn Prozent.

117 statt 80 km/h war der Spitzenwert

Der schnellste erfasste Fahrer wurde mit 117 km/h gemessen. Zulässig waren an der Kontrollstelle 80 km/h.

Nach Angaben der Polizei erwarten den Fahrer dafür ein Bußgeld von 200 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Die konkrete Sanktion richtet sich dabei nach dem maßgeblichen vorgeworfenen Geschwindigkeitsverstoß und den Umständen des Einzelfalls.

Warum standen dort gleich zwei Kontrollen hintereinander?

Die Polizei nennt in ihrer Bilanz vor allem einen Grund: den Überraschungseffekt.

Offenbar gingen zahlreiche Verkehrsteilnehmer davon aus, dass sie nach dem Bereich der bekannten stationären Messanlage nicht unmittelbar mit einer weiteren Kontrolle rechnen müssten.

Die Polizei weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen unabhängig vom Betriebsstatus einer bekannten Messanlage eingehalten werden müssen.

Darf hinter einem stationären Blitzer noch einmal gemessen werden?

Allein die Tatsache, dass sich bereits eine stationäre Messanlage in einem Streckenabschnitt befindet, bedeutet nicht, dass dort keine weitere Geschwindigkeitskontrolle stattfinden kann.

Für die Geschwindigkeitsüberwachung gelten in Deutschland die jeweiligen Richtlinien der Bundesländer. Diese regeln unter anderem, wo und durch wen Kontrollen durchgeführt werden können.

Eine bundesweit einheitliche Vorgabe für sämtliche Messstellen gibt es deshalb nicht. Zusätzlich müssen bei jeder Kontrolle die Anforderungen des konkret eingesetzten Messgerätes beachtet werden.

Der ADAC weist beispielsweise darauf hin, dass selbst die Abstände zwischen einem geschwindigkeitsbegrenzenden Verkehrszeichen und einer Messstelle je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sind.

Entscheidend bleibt das Tempolimit: Eine bekannte stationäre Messanlage hebt eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht auf. Das zulässige Tempo gilt weiter, auch wenn ein Fahrer glaubt, den bekannten Blitzer bereits passiert zu haben.

Die feste Messstelle ist kein Freifahrtschein zum Beschleunigen

Die A6-Kontrolle zeigt damit ein typisches Problem bekannter Blitzerstandorte. Wer regelmäßig dieselbe Strecke fährt, weiß häufig genau, wo eine feste Messanlage steht.

Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass unmittelbar danach keine weitere Kontrolle stattfinden kann.

Mobile Messgeräte lassen sich flexibel an unterschiedlichen Punkten einsetzen. Anders als bei einer dauerhaft installierten Anlage ist ihr Standort für Verkehrsteilnehmer nicht vorhersehbar.

Welche Blitzer stehen auf der A6?

Die A6 gehört zu den großen deutschen Autobahnen, auf denen sowohl stationäre als auch mobile Geschwindigkeitsmessungen stattfinden.

Unsere Übersicht zeigt bekannte Blitzer auf der A6 mit Angaben zu Standort, Fahrtrichtung, Tempolimit und – soweit bekannt – dem eingesetzten Messgerät.

Gerade mobile Kontrollen können allerdings jederzeit an anderen Stellen durchgeführt werden. Eine Standortübersicht kann deshalb nicht vorhersagen, wo aktuell tatsächlich gemessen wird.

Was die Polizei Autofahrern mit der Kontrolle sagen will

Die Bilanz von 701 Geschwindigkeitsverstößen innerhalb weniger Stunden zeigt aus Sicht der Polizei, dass sich Autofahrer nicht allein an bekannten Messstellen orientieren sollten.

Die zulässige Geschwindigkeit gilt auf dem gesamten beschilderten Streckenabschnitt und nicht nur unmittelbar im Bereich eines Blitzers.

Die Polizei begründet Geschwindigkeitskontrollen dabei mit dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer und der Verkehrssicherheit.

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