KBA-Zahlen: Männer mit 3,4-mal so vielen Tempoverstößen wie Frauen

Oliver Godolt, Fachredakteur für Verkehrsrecht bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht

Das Kraftfahrt-Bundesamt registrierte 2025 rund 1,92 Millionen Geschwindigkeitsverstöße von Männern und knapp 566.000 von Frauen. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Unterschied – brauchen aber eine wichtige Einordnung.

KBA-Statistik 2025 zu Geschwindigkeitsverstößen von Männern und Frauen
Das KBA registrierte 2025 rund 1,92 Millionen Geschwindigkeitsverstöße von Männern und knapp 566.000 von Frauen.

1,92 Millionen registrierte Tempoverstöße bei Männern, knapp 566.000 bei Frauen: Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen bei Geschwindigkeitsverstößen einen deutlichen Unterschied. Auf Männer entfallen 2025 rund 3,4-mal so viele registrierte Fälle wie auf Frauen.

Geschwindigkeit ist dabei bei beiden Geschlechtern die häufigste im Fahreignungsregister erfasste Ordnungswidrigkeit. Das KBA weist für Männer 1.918.529 und für Frauen 565.936 Geschwindigkeitsverstöße aus. Zusammen ergeben allein diese beiden Gruppen knapp 2,5 Millionen registrierte Tempoverstöße.

Geschwindigkeitsverstöße 2025 Registrierte Fälle Anteil*
Männer 1.918.529 77,2 %
Frauen 565.936 22,8 %
Verhältnis 3,39 zu 1

*Anteil an den vom KBA für Männer und Frauen ausgewiesenen Geschwindigkeitsverstößen.

Fast 1,92 Millionen Tempoverstöße bei Männern

Der Abstand ist deutlich: Auf jeden für Frauen ausgewiesenen Geschwindigkeitsverstoß kommen rechnerisch rund 3,39 Verstöße bei Männern. Mehr als drei Viertel der für diese beiden Gruppen genannten Tempoverstöße entfallen damit auf männliche Verkehrsteilnehmer.

Auch insgesamt bleibt Geschwindigkeit die mit Abstand auffälligste Ordnungswidrigkeit. Für das Jahr 2025 registrierte das KBA 3.976.636 Ordnungswidrigkeiten im Fahreignungsregister. Zum Vergleich: 384.564 Eintragungen betrafen die Nutzung von Handys oder anderen mobilen Endgeräten, 322.694 Rotlichtverstöße.

Männer liegen auch bei allen Verkehrsverstößen deutlich vorn

Der Geschlechterunterschied beschränkt sich allerdings nicht auf zu schnelles Fahren. Über alle registrierten Verkehrsverstöße hinweg weist das KBA für 2025 insgesamt 3.223.322 Verstöße von Männern und 982.650 von Frauen aus. Auch hier liegt das Verhältnis mit rund 3,3 zu 1 in einer ähnlichen Größenordnung.

Deshalb wäre die Aussage, Männer würden „3,4-mal häufiger zu schnell fahren“, zu weitgehend. Die Statistik setzt die Zahl der Verstöße weder ins Verhältnis zur Zahl der Fahrerinnen und Fahrer noch zu deren jährlicher Fahrleistung. Auch Unterschiede etwa bei beruflich gefahrenen Kilometern oder der Nutzung von Kraftfahrzeugen werden in diesem Vergleich nicht berücksichtigt.

Was sich aus den KBA-Zahlen dagegen eindeutig sagen lässt: 2025 wurden rund 3,4-mal so viele Geschwindigkeitsverstöße von Männern wie von Frauen registriert.

„Zugang“ bedeutet nicht: erstmals im Punkteregister

Auch der Begriff „Zugang“ in der KBA-Statistik ist wichtig. Er bezeichnet nicht ausschließlich Personen, die 2025 erstmals im Fahreignungsregister auftauchten. Grundlage der Statistik ist vielmehr die Gesamtmenge der Meldungen über Verkehrsauffälligkeiten, die innerhalb des Kalenderjahres beim FAER eingegangen sind.

Eine Person kann also bereits im Register gespeichert sein und später wegen einer weiteren Zuwiderhandlung erneut in der Zugangsstatistik auftauchen. Ebenso können auf eine Person mehrere registrierte Verstöße entfallen. Die rund vier Millionen Ordnungswidrigkeiten dürfen deshalb nicht mit vier Millionen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern gleichgesetzt werden.

Zum 1. Januar 2026 waren insgesamt 10.166.608 Personen im Fahreignungsregister registriert. Ein Jahr zuvor waren es 10.119.560. Auch dieser Bestand umfasst Personen mit bereits vorhandenen Eintragungen und ist nicht mit den Verstößen eines einzelnen Jahres gleichzusetzen.

Geschwindigkeit bleibt die Nummer 1

Für Blitzerkontrollen ist vor allem ein Ergebnis bemerkenswert: Trotz Hunderttausender Handy- und Rotlichtverstöße bleibt zu schnelles Fahren bei Männern wie Frauen die häufigste registrierte Ordnungswidrigkeit.

Die Statistik sagt dabei nichts darüber aus, mit welchem Messgerät die einzelnen Verstöße festgestellt wurden. Wer selbst einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid nach einer Geschwindigkeitsmessung erhält, findet Angaben zum verwendeten Messverfahren oder Messgerät häufig unter dem Punkt „Beweismittel“.

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