Blitzer-Bilanz 2025: Berlin nimmt 4,4 Millionen mehr ein
Berlin kassierte 2025 rund 37,9 Mio. € durch Blitzer – 4,4 Mio. € mehr als im Vorjahr. Auch Brandenburg an der Havel verdiente kräftig mit. Die Zahlen der DAV-Umfrage im Überblick.
DAV-Umfrage: Berlin und Brandenburg an der Havel nehmen Millionen durch Blitzer ein
- Berlin 2025: 37,9 Mio. € Einnahmen durch Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße - Platz 2 bundesweit, ein Plus von 4,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.
- Bundesweite Spitze: Hamburg führt mit 41,8 Mio. € die Rangliste an.
- Brandenburg an der Havel: 1,2 Mio. € Einnahmen - eine von bundesweit 35 Städten mit mehr als 1 Mio. € („Blitzermillionäre").
Eine aktuelle Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) zeigt: Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße bleiben für viele Kommunen eine bedeutende Einnahmequelle. 63 von 126 angefragten Städten und Gemeinden beteiligten sich an der Erhebung - ihre gemeinsamen Einnahmen aus dem Jahr 2025 belaufen sich auf mehr als 271 Millionen Euro.
Berlin verzeichnete mit 37,9 Millionen Euro einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr und liegt damit bundesweit auf Platz zwei, hinter Hamburg mit 41,8 Millionen Euro. Auch Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) beteiligten sich an der Umfrage - während Frankfurt (Oder) unter der Millionen-Grenze blieb, kam Brandenburg an der Havel auf 1,2 Millionen Euro.
Die Einnahmen im Überblick
| Stadt | Einnahmen 2025 | Besonderheit |
|---|---|---|
| Hamburg | 41,8 Mio. € | Bundesweit Platz 1 |
| Berlin | 37,9 Mio. € | Platz 2, +4,4 Mio. € gegenüber Vorjahr |
| Brandenburg an der Havel | 1,2 Mio. € | Zählt zu den 35 „Blitzermillionären" bundesweit |
| Frankfurt (Oder) | unter 1 Mio. € | Beteiligte sich ebenfalls an der Umfrage |
Berlin hat bundesweit die meiste Blitzer-Ausstattung
Über die Einnahmen hinaus fragte der DAV auch nach der technischen Ausstattung der Kommunen. Berlin verfügt demnach mit 48 stationären Geschwindigkeitsmessanlagen über die höchste Anzahl fest installierter Blitzer bundesweit. Auch bei der mobilen Ausstattung liegt die Hauptstadt vorn: 20 Messfahrzeuge, sechs Geschwindigkeitsmessanhänger und 56 Handlasergeräte stehen im Einsatz - die umfangreichste Ausstattung aller an der Umfrage beteiligten Städte.
Verkehrssicherheit oder Einnahmequelle?
In der öffentlichen Debatte wird regelmäßig diskutiert, ob Geschwindigkeitskontrollen primär der Verkehrssicherheit oder den kommunalen Haushalten dienen. Rechtlich ist diese Frage für die Verwertbarkeit einer einzelnen Messung allerdings nicht entscheidend: Solange eine Messung technisch korrekt durchgeführt und dokumentiert wurde, ändert das Motiv der Kommune - ob Sicherheit, Einnahmen oder beides - nichts an der grundsätzlichen Rechtmäßigkeit des Bußgeldbescheids. Relevant bleiben für Betroffene stattdessen die üblichen Prüfpunkte: korrekte Eichung, ordnungsgemäße Aufstellung und vollständige Messdaten.
Experten-Tipp: Was die steigenden Einnahmen für Betroffene bedeuten
Unser Verkehrsrechtsexperte Andreas Junge ordnet ein, was der Anstieg der Blitzer-Einnahmen für Autofahrer in der Praxis bedeutet:
- Mehr Ausstattung bedeutet mehr Kontrolldichte: Mit 48 stationären Anlagen plus umfangreicher mobiler Ausstattung steigt in Berlin die Wahrscheinlichkeit, kontrolliert zu werden - unabhängig vom Grund für die Investition lohnt sich für Betroffene eine sorgfältige Prüfung jedes Bescheids.
- Steigende Einnahmen sind kein Beweis für laxere Prüfung: Ein höheres Kontrollaufkommen bedeutet nicht automatisch, dass Messungen fehlerhafter wären - jeder Bescheid verdient trotzdem eine individuelle Prüfung auf Eichung und Dokumentation.
- Rohmessdaten bleiben der Schlüssel: Unabhängig von der Motivlage der Kommune entscheidet weiterhin, ob die Rohmessdaten einer Messung vollständig vorliegen und herausgegeben werden.
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