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Speedweek 3.-9. August 2026: Welche Bundesländer machen mit?

Oliver Godolt -  Autor bei Blitzerkatalog
Fachredakteur für Verkehrsrecht
07.07.2026, 09:21 Uhr

Vom 3. bis 9. August 2026 kontrollieren 13 Bundesländer verstärkt die Geschwindigkeit. Wer macht mit, welche Strafen drohen – und was tun bei einem Bescheid?

Speedweek Sommer 2026: Die wichtigsten Fakten

  • Termin: 3. bis 9. August 2026, europaweit organisiert vom Polizeinetzwerk Roadpol.
  • Teilnehmer: 13 Bundesländer beteiligen sich, darunter Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg und NRW.
  • Nicht dabei: Bayern, Sachsen und das Saarland verzichten auf die Aktionswoche.

Nach dem Blitzermarathon im April ist vor der Speedweek: Vom 3. bis 9. August 2026 kontrolliert die Polizei in weiten Teilen Deutschlands wieder verstärkt die Geschwindigkeit. Organisiert wird die Aktionswoche vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol – mit dem erklärten Ziel, die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Wer in diesem Zeitraum unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam aufs Tempolimit achten.

Wie ernst das Thema genommen wird, zeigen die Zahlen vom Frühjahr: Allein in Bayern wurden beim Blitzermarathon im April über 10.800 Geschwindigkeitsverstöße registriert, in Baden-Württemberg waren es sogar mehr als 14.800. Der Hintergrund ist ernüchternd – laut Statistischem Bundesamt kamen 2025 bundesweit 2.814 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Überhöhte Geschwindigkeit gilt dabei als eine der Hauptursachen.

Welche Bundesländer machen bei der Speedweek mit?

Ob und in welchem Umfang sich ein Bundesland an der Speedweek beteiligt, entscheidet jedes Land selbst. Für den Sommertermin 2026 haben sich folgende Länder angemeldet:

Beteiligung Bundesländer
Nimmt teil Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Nimmt nicht teil Bayern, Sachsen, Saarland

Bayern, Sachsen und das Saarland setzen stattdessen auf eigene Konzepte: Sachsen plant im August eine gesonderte Aktion unter dem Motto „Die Schule hat begonnen", die vom 17. August bis 4. September läuft. Im Saarland verweist die Polizei darauf, dass Geschwindigkeitskontrollen dort ohnehin ganzjährig stattfinden – eine Konzentration auf einzelne Aktionswochen sei deshalb nicht vorgesehen. Wichtig zu wissen: Auch in den nicht teilnehmenden Ländern wird selbstverständlich weiter kontrolliert, nur eben ohne den offiziellen Speedweek-Rahmen.

Was droht, wenn Sie während der Speedweek geblitzt werden?

Die Speedweek ändert an der Rechtslage nichts – es gelten dieselben Bußgeldsätze wie an jedem anderen Tag. Maßgeblich ist immer die nach Toleranzabzug verbleibende Überschreitung, nicht der auf dem Blitzer angezeigte Rohwert. Die entscheidenden Schwellen im Überblick:

  • Innerorts ab 21 km/h zu viel: Hier wird der erste Punkt in Flensburg fällig – siehe die genauen Sätze für 21 km/h innerorts.
  • Außerorts ab 21 km/h zu viel: Auch auf Landstraßen und Bundesstraßen greift ab dieser Schwelle der erste Punkt – Details dazu bei 21 km/h außerorts.
  • Ab 26 km/h zu viel: Bei Wiederholung innerhalb von zwölf Monaten droht zusätzlich ein Fahrverbot.
  • Ab 41 km/h zu viel außerorts: Hier droht bereits Ersttätern ein einmonatiges Fahrverbot samt zwei Punkten.

Alle aktuellen Bußgelder für die jeweilige Überschreitung finden Sie in unserem Bußgeldkatalog für Geschwindigkeit 2026.

Experten-Tipp: Warum sich eine Prüfung gerade jetzt lohnt

Unser Verkehrsrechtsexperte Andreas Junge weist darauf hin, dass Bescheide aus Aktionswochen wie der Speedweek oder dem Blitzermarathon nicht automatisch fehlerfrei sind – im Gegenteil:

  • Hoher Durchsatz, mehr Fehleranfälligkeit: Während der Speedweek sind deutlich mehr mobile und stationäre Anlagen gleichzeitig im Einsatz als im Regelbetrieb. Wo mehr gemessen wird, steigt erfahrungsgemäß auch die Zahl der Bescheide mit formellen oder technischen Mängeln.
  • Personal unter Zeitdruck: Aktionswochen bedeuten für die Behörden einen deutlich höheren administrativen Aufwand in kurzer Zeit. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Dokumentationsfehlern bei Messprotokoll, Beweisfoto oder Zuordnung.
  • Mobile Messtechnik im Fokus: Anders als bei stationären Anlagen kommt während der Speedweek verstärkt mobile Messtechnik zum Einsatz. Hier sind die korrekte Aufstellung, der Abstand zur Fahrbahn und die Kalibrierung vor Ort besonders wichtige Prüfpunkte.
  • Rohmessdaten anfordern: Wie immer gilt: Ohne vollständige Rohmessdaten ist die Verwertbarkeit einer Messung angreifbar – das gilt während der Speedweek genauso wie an jedem anderen Tag.









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