A45-Talbrücke Rahmede: Zweites Teilbauwerk verbunden - Freigabetermin noch offen

Meilenstein im Rahmedetal: Das zweite Teilbauwerk der A45-Talbrücke Rahmede ist verbunden. Alle Infos zum aktuellen Baufortschritt und zur geplanten Fertigstellung 2026.

21.01.2026, 10:01 Uhr Redaktion
Die Bauarbeiten bei der A45 Talbrücke Rahmede schreiten voran. (Foto vom März 2025)
Die Bauarbeiten bei der A45 Talbrücke Rahmede schreiten voran. (Foto vom März 2025)

Ein entscheidender Meilenstein für die Entlastung der Region Lüdenscheid und den überregionalen Verkehr auf der Sauerlandlinie ist erreicht: Nur drei Wochen nach der ersten Teilfreigabe feiert die A45-Talbrücke Rahmede die zweite „Stahl-Hochzeit“. Am 14. Januar 2026 wurde das zweite Teilbauwerk erfolgreich verschoben und die letzte Lücke in Richtung Dortmund geschlossen.

  • Baufortschritt: Der Stahlüberbau wurde nach nur zwei Jahren Bauzeit – und damit rund sechs Monate früher als ursprünglich geplant – vollständig verbunden.
  • Herausforderung: Trotz massiver Wintereinbrüche mit Frost und Schnee konnte die Arbeitsgemeinschaft (HABAU, MCE, Bickhardt Bau) den Zeitplan halten.
  • Verfahren: Die Verbindung erfolgte mittels eines präzisen Verschubs aus den sogenannten Taktkellern, bei dem der Stahlbau zentimetergenau über die Pfeiler bewegt wurde.

Aktuelle Verkehrssituation

Der Verkehr rollt bereits seit Dezember 2025 über das erste Teilbauwerk. Die aktuelle Verbindung des zweiten Teilstücks ist die technische Voraussetzung dafür, dass die A45 in Kürze wieder vollumfänglich vierstreifig zur Verfügung steht.

Rückblick: Von der Sperrung zum Neubau

Die Notwendigkeit des Ersatzneubaus resultierte aus einer dramatischen Entwicklung der Verkehrsbelastung. Die alte Brücke aus dem Jahr 1968 war für die heutigen Anforderungen schlichtweg nicht mehr ausgelegt. Eine Laserscan-Untersuchung im Dezember 2021 deckte irreparable Verformungen am Tragwerk auf, die zur sofortigen Vollsperrung führten.

Merkmal Historie (1968) Heute / Neubau
Verkehrslast ca. 25.000 Kfz / Tag über 64.000 Kfz / Tag
Schwerverkehr Lkw bis 24 Tonnen Lkw bis 40 Tonnen (Regelfall)
Pfeileranzahl 5 Pfeiler (Gesamtbauwerk) 8 Pfeiler (2 x 4 für beide Richtungen)
Länge / Höhe 453 m / 70 m Maße beibehalten, Tragkraft massiv erhöht

Die nächsten Schritte zur Komplettfertigstellung

Obwohl der Stahlbau nun steht, sind noch umfangreiche Arbeiten notwendig, bevor die gesamte Fahrbahn freigegeben werden kann. Die Autobahn GmbH Westfalen arbeitet hierbei unter Hochdruck:

  • Schweißarbeiten: Die derzeit nur verschlosserten (geschraubten) Segmente werden in den kommenden Wochen final verschweißt und statisch gesichert.
  • Fahrbahnplatte: Mittels spezialisierter Schalwagen wird die Betonfahrbahn direkt auf dem Stahlüberbau gegossen.
  • Witterungsschutz: Da Betonarbeiten temperaturkritisch sind, hängt der exakte Freigabetermin des zweiten Teilstücks von den restlichen Winterwochen ab.
  • Endausbau: Abschließend folgen die Montage der sogenannten „Kappen“ (Randelemente), der Schutzplanken sowie der finale Asphaltbelag.

Nach Angaben der Projektleitung ist das Ziel klar: Die vollständige Entlastung der Umleitungsstrecken in Lüdenscheid soll so schnell wie möglich erfolgen. Die Rekordbauzeit von knapp zwei Jahren zeigt, was bei einer Bündelung aller Planungsressourcen möglich ist.

Quellen & Offizielle Informationen

Hinweis: Dieser Bericht basiert auf den aktuellen Pressemitteilungen der Autobahn GmbH Westfalen sowie historischen Daten zum Brückenbau (Stand: Januar 2026).



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