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Ampelblitzer Traffipax TraffiPhot III

Traffipax TraffiPhot III: So misst der Ampelblitzer die Rotlichtzeit

Der TraffiPhot III ist einer der bekanntesten Ampelblitzer in Deutschland. Er misst mit Schleifen im Asphalt, wie lange die Ampel schon Rot war. Hier erfahren Sie, wie das funktioniert, warum die angezeigte Zeit nicht immer die vorwerfbare ist und wo die Fehlerquellen liegen.

Ampelblitzer Traffipax TraffiPhot III
Traffipax TraffiPhot III

Wie funktioniert der TraffiPhot III?

Der TraffiPhot III überwacht Ampeln. Er ist an die Ampelanlage angeschlossen und weiß deshalb, seit wann die Ampel Rot zeigt. In der Fahrbahn hinter der Haltelinie liegen zwei Induktionsschleifen – in den Asphalt gefräste Drahtschleifen, die das Metall eines Fahrzeugs erkennen.

  • Erstes Foto: Fährt ein Fahrzeug bei Rot über die erste Schleife, entsteht das erste Foto. Eingeblendet sind unter anderem die Rotlichtzeit, Datum und Uhrzeit.
  • Zweites Foto: An der zweiten Schleife entsteht ein weiteres Foto. Es zeigt, dass das Fahrzeug tatsächlich in die Kreuzung eingefahren ist.

Hersteller ist Traffipax, das heute zu Jenoptik gehört. Fest installiert steht das Gerät meist in einem grauen Kasten am Ampelmast oder Straßenrand.

Warum die angezeigte Rotlichtzeit oft zu hoch ist

Vorwerfbar ist die Zeit, die die Ampel schon Rot war, als Sie die Haltelinie überfahren haben. Die erste Schleife liegt aber hinter der Haltelinie. Die Zeit auf dem ersten Foto ist deshalb höher als die Zeit an der Haltelinie – um die Fahrzeit von der Haltelinie bis zur Schleife.

Der TraffiPhot III rechnet das nicht automatisch heraus. Die Zeit an der Haltelinie muss deshalb zurückgerechnet werden: Aus den beiden Fotos ergibt sich die Durchschnittsgeschwindigkeit, daraus die Fahrzeit bis zur Schleife, die von der angezeigten Zeit abgezogen wird. Hinzu kommt die Verzögerung, bis die Ampellampe nach dem Umschalten tatsächlich leuchtet. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln kann das bis zu 0,3 Sekunden ausmachen, bei sehr langsamer Fahrt bis zu 0,5 Sekunden.

Die 1-Sekunden-Grenze: War die Ampel beim Überfahren der Haltelinie länger als eine Sekunde Rot, liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor – mit Fahrverbot. Zeigt das Foto zum Beispiel 1,2 Sekunden, kann die zurückgerechnete Zeit an der Haltelinie schon unter dieser Grenze liegen.

Steckbrief Traffipax TraffiPhot III
HerstellerTraffipax (heute Jenoptik)
EinsatzRotlichtüberwachung an Ampeln, fest installiert
Sensorenzwei Induktionsschleifen hinter der Haltelinie
Beweisfotoszwei Fotos mit eingeblendeter Rotlichtzeit
BesonderheitRotlichtzeit an der Haltelinie muss zurückgerechnet werden
Rechtlicher Statusstandardisiertes Messverfahren

Typische Fehlerquellen beim TraffiPhot III

  • Fehlende oder falsche Rückrechnung: Wird die Zeit vom Foto einfach übernommen, ist die vorgeworfene Rotlichtzeit zu hoch.
  • Abstände der Schleifen: Die Rückrechnung braucht die genauen Abstände der Schleifen zur Haltelinie und zueinander. Fehlen diese Angaben, lässt sich die Zeit nicht nachvollziehen.
  • Lage der Schleifen: Liegen Schleifen benachbarter Fahrstreifen zu dicht beieinander, kann ein Fahrzeug auf der Nebenspur auslösen – etwa ein Linksabbieger bei grünem Pfeil.
  • Defekte Schleifen: Beschädigte oder verschobene Schleifen im Asphalt können falsch auslösen.
  • Gelbphase: War die Gelbphase lang genug? Bei 50 km/h sind in der Regel drei Sekunden vorgesehen.
  • Eichung und Dokumentation: Die geeichten Teile der Anlage müssen gültig geeicht, Aufbau und Betrieb nach der Gebrauchsanweisung dokumentiert sein.

Was sagen die Gerichte?

Der TraffiPhot III gilt als standardisiertes Messverfahren. Normalerweise reicht es deshalb, wenn das Urteil Gerät, Messergebnis und Toleranzen nennt. Das Oberlandesgericht Köln hat aber klargestellt, dass das nicht genügt, wenn die Rotlichtzeit nicht direkt an der Haltelinie gemessen wurde – wie beim TraffiPhot III. Dann muss das Urteil die Daten der Rückrechnung nennen: Schleifenabstände, Geschwindigkeit, berücksichtigte Verzögerungen und Toleranzen (Beschluss vom 29.11.2024, Az. III-1 ORbs 280/24). Im entschiedenen Fall wurde das Urteil mit einem Monat Fahrverbot deshalb aufgehoben.

Für Sie heißt das: Bei einem Vorwurf knapp über einer Sekunde lohnt es sich besonders, die Rückrechnung prüfen zu lassen.

Welche Folgen drohen nach einer Messung?

Beim Rotlichtverstoß hängen Bußgeld, Punkte und Fahrverbot vor allem davon ab, ob die Ampel länger als eine Sekunde Rot war und ob andere gefährdet wurden.

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Alle Blitzer und Messgeräte im Überblick

Häufige Fragen zum Traffipax TraffiPhot III

Wie funktioniert der TraffiPhot III?

Er ist an die Ampel angeschlossen und erkennt über zwei Induktionsschleifen in der Fahrbahn, wenn ein Fahrzeug bei Rot einfährt. An jeder Schleife entsteht ein Foto mit eingeblendeter Rotlichtzeit.

Ist die Rotlichtzeit auf dem Foto die vorgeworfene Zeit?

Nicht unbedingt. Die erste Schleife liegt hinter der Haltelinie, die angezeigte Zeit ist deshalb höher. Die Zeit an der Haltelinie muss zurückgerechnet werden.

Wie viel macht die Rückrechnung aus?

Nach dem Oberlandesgericht Köln bis zu 0,3 Sekunden, bei sehr langsamer Fahrt bis zu 0,5 Sekunden. Das kann über ein Fahrverbot entscheiden.

Ab wann droht beim Rotlichtverstoß ein Fahrverbot?

Wenn die Ampel beim Überfahren der Haltelinie länger als eine Sekunde Rot war (qualifizierter Rotlichtverstoß) oder wenn andere gefährdet wurden.

Warum gibt es zwei Fotos?

Das erste Foto zeigt das Überfahren der ersten Schleife, das zweite, dass Sie tatsächlich in die Kreuzung eingefahren sind. Aus beiden lässt sich auch die Geschwindigkeit für die Rückrechnung ermitteln.

Ist der TraffiPhot III gerichtsfest?

Er gilt als standardisiertes Messverfahren. Das Urteil muss aber die Daten der Rückrechnung zur Haltelinie nennen, sonst kann es aufgehoben werden.

Lohnt sich ein Einspruch?

Vor allem bei einer vorgeworfenen Rotlichtzeit knapp über einer Sekunde, bei fehlenden Angaben zu den Schleifenabständen oder wenn mehrere Fahrzeuge auf den Fotos zu sehen sind.