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Blitzer mit Sensoren in der Fahrbahn

„Sensormessung mit Foto“ im Anhörungsbogen: Diese Blitzer stecken dahinter

„Sensormessung mit Foto“ steht in vielen Anhörungsbögen – meist bei festen Blitzern. Gemeint sind Anlagen, die mit Sensoren im Asphalt messen. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt, welche Geräte in Frage kommen und wie Sie das genaue Messgerät herausfinden.

Blitzer mit Sensoren in der Fahrbahn
Sensormessung mit Foto

Was bedeutet „Sensormessung mit Foto“?

Die Angabe beschreibt nicht ein bestimmtes Gerät, sondern das Messverfahren: Die Geschwindigkeit wurde über Sensoren in der Fahrbahn ermittelt, und der Verstoß ist durch ein Beweisfoto dokumentiert. Anders als bei Radar oder Laser misst hier also nicht die Kamera am Straßenrand, sondern der Asphalt selbst.

Das Prinzip heißt Weg-Zeit-Messung: Mehrere Sensoren liegen in festem, bekanntem Abstand quer zur Fahrbahn. Überfährt ein Fahrzeug sie nacheinander, misst das Gerät die Zeit zwischen den Signalen und berechnet daraus die Geschwindigkeit. Liegt sie über dem Grenzwert, löst die Kamera aus.

Welche Sensoren stecken in der Fahrbahn?

  • Piezo-Sensoren: Druckempfindliche Sensoren, die beim Überfahren eine elektrische Spannung erzeugen. Sie sind oft als dünne Kabel ausgeführt – daher auch der Begriff Koaxialkabelmessung. Typisch für feste Geschwindigkeitsblitzer wie den TraffiStar S330.
  • Induktionsschleifen: In den Asphalt gefräste Drahtschleifen, die das Metall eines Fahrzeugs erkennen. Sie werden vor allem für die Rotlichtüberwachung an Ampeln genutzt.

Erkennbar sind die Sensoren oft an schmalen, quer verlaufenden Fugen oder Linien im Asphalt vor dem Blitzer.

„Sensormessung mit Foto“ auf einen Blick
BedeutungWeg-Zeit-Messung mit Sensoren in der Fahrbahn, plus Beweisfoto
SensorenPiezo-Sensoren (Koaxialkabel) oder Induktionsschleifen
Typische GeräteTraffiStar S330, TraffiPhot S, Truvelo M4², TraffiPhot III
Einsatzüberwiegend feste Anlagen
Nicht gemeintRadar, Laser, Lichtschranke
Toleranzabzugbis 100 km/h: 3 km/h, darüber 3 % (mehr dazu)

„Sensormessung“, „Piezo“ & Co.: Was die Formulierungen bedeuten

Angabe im SchreibenWas sie bedeutet
Sensormessung mit FotoFeste Anlage mit Sensoren in der Fahrbahn und Beweisfoto. Das Gerät wird nicht genannt.
Piezomessung oder KoaxialkabelmessungDie Sensoren sind Piezo-Kabel – etwa beim TraffiStar S330, TraffiPhot S oder Truvelo M4².
InduktionsschleifeMeist Rotlichtüberwachung an einer Ampel.
Sensormessung mit Gerätename, z. B. „TraffiStar S330“Das Gerät ist bereits benannt. Lesen Sie direkt auf der passenden Messgeräte-Seite nach.

Warum Bußgeldstellen das Gerät oft nicht nennen: Der Bußgeldbescheid muss nach § 66 OWiG die Beweismittel angeben, nicht aber Hersteller und Typ. Viele Behörden arbeiten deshalb mit festen Textbausteinen.

Welche Blitzer messen mit Sensoren?

Blitzer mit Sensoren in der Fahrbahn
MessgerätSensorenTypischer Einsatz
TraffiStar S330Piezo-Sensorenfeste Anlage, oft in Tunneln und auf Autobahnen
Traffipax TraffiPhot SPiezo-Sensoren (Koaxialkabel)feste Anlage im „Starenkasten“
Truvelo M4²Piezo-Sensoren (Koaxialkabel)feste Anlage, auch mobil mit Sensoren auf der Fahrbahn
Traffipax TraffiPhot IIIInduktionsschleifenRotlichtüberwachung an Ampeln

So finden Sie das genaue Messgerät heraus

  • Beweisfoto ansehen: In der Datenzeile ist das Gerät oft eingeblendet.
  • Messstelle nachschlagen: Bei festen Anlagen hilft unser Blitzer-Verzeichnis – dort ist für viele Standorte das Messgerät hinterlegt.
  • Akteneinsicht beantragen: In der Bußgeldakte stehen Gerätebezeichnung, Eichschein und Wartungsnachweise. Die zuständige Behörde finden Sie im Bußgeldstellen-Verzeichnis.

Welche Punkte können bei einer Sensormessung geprüft werden?

  • Eichung von Gerät und Sensoren: Nicht nur der Rechner, auch die Sensoren in der Fahrbahn gehören zur geeichten Messanlage.
  • Wartung der Sensoren: Sensoren im Asphalt verschleißen und können sich durch Hitze, schwere Lkw oder Fahrbahnschäden verschieben. Ist die vorgeschriebene Wartung dokumentiert?
  • Fahrzeugzuordnung: Sind mehrere Fahrzeuge im Bild, muss eindeutig sein, welches gemessen wurde.
  • Fotoauswertung: Passt die Position des Fahrzeugs auf dem Foto zur Messung?
  • Beschilderung: Galt am Messort tatsächlich das vorgeworfene Tempolimit – etwa bei Wechselverkehrszeichen?

Wartung zählt: Das Oberlandesgericht Hamm hat 2008 bei einem TraffiPhot S geprüft, ob die von der PTB vorgegebene halbjährliche Wartung der Sensoren stattgefunden hatte (Beschluss vom 04.02.2008, Az. 3 Ss OWi 28/08). Fehlt ein solcher Nachweis, kann das ein Ansatzpunkt sein.

Welche Folgen drohen nach einer Messung?

Bußgeld, Punkte und ein mögliches Fahrverbot richten sich nicht nach dem Messgerät, sondern nach der festgestellten Überschreitung – und danach, ob Sie innerorts oder außerorts gemessen wurden.

Weitere Messgeräte

Alle Blitzer und Messgeräte im Überblick

Häufige Fragen zur „Sensormessung mit Foto“

Was bedeutet „Sensormessung mit Foto“?

Die Geschwindigkeit wurde mit Sensoren in der Fahrbahn gemessen und der Verstoß mit einem Beweisfoto dokumentiert. Ein bestimmtes Gerät nennt die Angabe nicht.

Welcher Blitzer steckt hinter einer Sensormessung?

Meist eine feste Anlage, zum Beispiel ein TraffiStar S330, ein TraffiPhot S oder ein Truvelo M4². An Ampeln sind es oft Anlagen mit Induktionsschleifen.

Wie funktioniert eine Sensormessung?

Mehrere Sensoren liegen in festem Abstand quer zur Fahrbahn. Aus der Zeit zwischen den Signalen berechnet das Gerät die Geschwindigkeit.

Was ist der Unterschied zur Koaxialkabelmessung?

Die Koaxialkabelmessung ist eine Form der Sensormessung: Die Sensoren sind dabei Piezo-Kabel. „Sensormessung“ ist der Oberbegriff.

Wie erkenne ich einen Blitzer mit Sensoren?

Oft an schmalen, quer verlaufenden Fugen oder Linien im Asphalt kurz vor dem Blitzer.

Welcher Toleranzabzug gilt?

Bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, darüber 3 Prozent des Messwerts. Der Wert im Bescheid ist bereits der Wert nach Abzug.

Lohnt sich ein Einspruch gegen eine Sensormessung?

Das hängt vom Einzelfall ab. Ansatzpunkte sind etwa fehlende Eich- oder Wartungsnachweise für die Sensoren, eine unklare Fahrzeugzuordnung oder Fehler bei der Beschilderung.