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Radarblitzer Traffipax Speedophot

Traffipax Speedophot: So misst der Radarblitzer und hier liegen die Fehlerquellen

Der Traffipax Speedophot ist ein klassischer Radarblitzer – mobil am Straßenrand oder fest im „Starenkasten“. Hier erfahren Sie, wie das Gerät misst, warum schon wenige Grad Abweichung beim Aufstellen zählen und welche Fehlerquellen typisch sind.

Radarblitzer Traffipax Speedophot
Traffipax Speedophot

Wie funktioniert der Traffipax Speedophot?

Der Speedophot arbeitet mit Radar. Seine Antenne sendet Radarwellen schräg über die Fahrbahn. Trifft die Welle auf ein fahrendes Fahrzeug, kommt sie mit leicht veränderter Frequenz zurück – das ist der Doppler-Effekt. Aus dieser Frequenzänderung berechnet das Gerät die Geschwindigkeit. Liegt sie über dem Grenzwert, löst die Kamera aus.

Entwickelt wurde der Speedophot von Traffipax, das heute zu Jenoptik gehört. Er zählt zu den älteren Radargeräten, ist aber an manchen festen Standorten und bei mobilen Kontrollen weiterhin im Einsatz.

Warum der Aufstellwinkel so wichtig ist

Das Radar misst nicht genau in Fahrtrichtung, sondern schräg dazu. Das Gerät rechnet deshalb mit einem fest vorgegebenen Winkel zur Fahrbahn – beim Speedophot sind das 20 Grad. Stimmt der tatsächliche Winkel nicht, stimmt auch die Geschwindigkeit nicht: Ist der Winkel kleiner als vorgesehen, zeigt das Gerät eine zu hohe Geschwindigkeit an.

Deshalb muss das Gerät genau parallel zur Fahrbahn ausgerichtet sein, und die Straße muss im Messbereich gerade verlaufen. In Kurven – besonders in Außenkurven – kann sich der Winkel zum Fahrzeug verändern.

Steckbrief Traffipax Speedophot
HerstellerTraffipax (heute Jenoptik)
MessprinzipRadar (Doppler-Effekt)
Aufstellwinkel20 Grad zur Fahrbahn
Einsatzmobil (Stativ, Fahrzeug) und fest im Starenkasten
Beweisfotoja
Toleranzabzugbis 100 km/h: 3 km/h, darüber 3 % (mehr dazu)

Typische Fehlerquellen beim Speedophot

  • Falscher Aufstellwinkel: Schon wenige Grad Abweichung verfälschen das Ergebnis – zu Lasten des Fahrers, wenn der Winkel zu klein ist.
  • Kurven und Fahrstreifenwechsel: Ändert sich die Richtung des Fahrzeugs im Messbereich, passt der Winkel nicht mehr.
  • Reflexionen: Radarwellen können an Lkw, Schildern, Leitplanken oder Gebäuden abprallen. Dann kann ein anderes Fahrzeug gemessen worden sein als das auf dem Foto.
  • Mehrere Fahrzeuge im Bild: Ist nicht eindeutig, welches Fahrzeug gemessen wurde, ist die Zuordnung angreifbar.
  • Fotoposition: Das Fahrzeug muss an einer plausiblen Stelle im Bild stehen. Passt die Position nicht zur Messung, spricht das gegen eine korrekte Zuordnung.
  • Aufstellung: Höhe, Abstand zur Fahrbahn und ein fester Stand müssen der Gebrauchsanweisung entsprechen. Das Gerät darf sich während der Messung nicht verschieben oder absinken.
  • Kalibrierfotos und Protokoll: Zu Beginn der Messung müssen Kalibrier- bzw. Testfotos gemacht und ein Messprotokoll geführt werden.
  • Eichung und Schulung: Das Gerät muss gültig geeicht, die Eichmarken unversehrt und das Personal für das Gerät geschult sein.

Was sagen die Gerichte?

Radarmessungen mit zugelassenen und geeichten Geräten gelten grundsätzlich als standardisiertes Messverfahren. Das Gericht muss sich mit der Technik also nur befassen, wenn es konkrete Anhaltspunkte für einen Fehler gibt.

Ein solcher Anhaltspunkt kann die Messstelle selbst sein: Das Amtsgericht Rostock hat für den Speedophot entschieden, dass bei Messungen in einer Außenkurve unzutreffende Ergebnisse nicht auszuschließen sind (Urteil vom 07.09.2005, Az. 23 OWi 279/05).

Für Sie heißt das: Prüfen lohnt sich vor allem, wenn die Messstelle in einer Kurve liegt, mehrere Fahrzeuge auf dem Foto sind oder Kalibrierfotos und Messprotokoll fehlen.

Welche Folgen drohen nach einer Messung?

Bußgeld, Punkte und ein mögliches Fahrverbot richten sich nicht nach dem Messgerät, sondern nach der festgestellten Überschreitung – und danach, ob Sie innerorts oder außerorts gemessen wurden.

Weitere Messgeräte

Alle Blitzer und Messgeräte im Überblick

Häufige Fragen zum Traffipax Speedophot

Wie funktioniert der Traffipax Speedophot?

Er sendet Radarwellen schräg über die Fahrbahn und berechnet aus der Frequenzänderung der zurückkommenden Wellen (Doppler-Effekt) die Geschwindigkeit.

Ist der Speedophot ein Radar- oder Laserblitzer?

Ein Radarblitzer. Laser nutzen zum Beispiel der PoliScan oder der TraffiStar S350.

Warum ist der Aufstellwinkel so wichtig?

Das Gerät rechnet mit einem festen Winkel von 20 Grad zur Fahrbahn. Ist der tatsächliche Winkel kleiner, zeigt es eine zu hohe Geschwindigkeit an.

Darf der Speedophot in Kurven messen?

In Kurven kann sich der Winkel zum Fahrzeug ändern. Das Amtsgericht Rostock hat für Messungen in einer Außenkurve entschieden, dass unzutreffende Ergebnisse nicht auszuschließen sind.

Was sind Reflexionsfehler?

Radarwellen können an großen Flächen wie Lkw, Schildern oder Leitplanken abprallen. Dann kann ein anderes Fahrzeug gemessen worden sein als das, das auf dem Foto zu sehen ist.

Welcher Toleranzabzug gilt?

Bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, darüber 3 Prozent des Messwerts. Der Wert im Bescheid ist bereits der Wert nach Abzug.

Lohnt sich ein Einspruch gegen eine Speedophot-Messung?

Das hängt vom Einzelfall ab. Ansatzpunkte sind etwa Messungen in Kurven, mehrere Fahrzeuge im Bild, eine unplausible Fotoposition oder fehlende Kalibrierfotos.