Neu Neuer Blitzer in Delmenhorst: PoliScan 3R überwacht Tempo und Rotlicht an der Friedrich-Ebert-Allee
Nach Erreichen der Punktegrenze von 8 Punkten, wird der Führerscheint entzogen (Bild: KI-generiert)
Verkehrsrecht Symbolbild: KI-generiert

8 Punkte & Tattagprinzip: Aktuelles Urteil zum Führerscheinentzug

Oliver Godolt, Fachredakteur für Verkehrsrecht bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht

Wer 8 Punkte in Flensburg im Fahreignungsregister gesammelt hat, kommt um die Strafe nicht herum: Eine Tilgung während des Verfahrens und ein Umzug verhindern den Führerscheinentzug nicht. Es greift das Tattagprinzip.

Nach Erreichen der Punktegrenze von 8 Punkten, wird der Führerscheint entzogen (Bild: KI-generiert) Symbolbild: KI-generiert
Nach Erreichen der Punktegrenze von 8 Punkten, wird der Führerscheint entzogen (Bild: KI-generiert) Bild: KI-generierte Illustration

Ein aktueller Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) bestätigt die strikte Systematik des Fahreignungs-Bewertungssystems: Wer die Grenze von 8 Punkten erreicht, verliert seine Fahrerlaubnis unwiderruflich. Taktische Manöver wie der Umzug in eine andere Stadt oder das Hoffen auf Tilgungsfristen während des Verfahrens führen laut Gericht (Az. 11 CS 25.1500) nicht zum Erfolg.

Der Fall: Wenn Taktik gegen das Stufensystem verliert

Ein Berufskraftfahrer aus dem Landkreis Roth hatte durch wiederholte Geschwindigkeits- und Abstandsverstöße das Stufenmodell des Fahreignungsregisters durchlaufen. Nachdem er die kritische Marke von acht Punkten erreicht hatte, wehrte er sich gegen den Entzug mit zwei zentralen Argumenten:

  • Zuständigkeit: Er war vor Erlass des Bescheids nach Nürnberg umgezogen und hielt das ursprüngliche Landratsamt für unzuständig.
  • Tilgungsfristen: Ein alter Punkt aus dem Jahr 2021 wurde während des laufenden Verfahrens getilgt, wodurch er rechnerisch wieder unter acht Punkte fallen wollte.

Das Stufensystem (4–8 Punkte)

Das Landratsamt muss das Verfahren in drei gesetzlich vorgeschriebenen Stufen durchführen. Eine Abkürzung oder das Auslassen einer Stufe ist nicht zulässig:

4-5 Pkt.
Ermahnung
6-7 Pkt.
Verwarnung
8 Pkt.
Entzug

Urteilsbegründung: Das Tattagprinzip sticht die Tilgung

Der VGH München stellte klar, dass für die Berechnung des Punktestandes ausschließlich das Tattagprinzip gilt (§ 4 Abs. 2 Satz 3 StVG). Das bedeutet: Punkte entstehen juristisch in dem Moment, in dem der Verstoß begangen wird – sofern er später rechtskräftig geahndet wird.

Auch der Umzug des Fahrers konnte den Entzug nicht stoppen. Zwar war das neue Stadtgebiet (Nürnberg) theoretisch zuständig, doch ein solcher Formfehler bei der örtlichen Zuständigkeit führt nicht zur Aufhebung, wenn die Entscheidung in der Sache (der Entzug bei 8 Punkten) rechtlich alternativlos war. Es handelt sich um eine gebundene Entscheidung ohne Ermessensspielraum.

Argument des Fahrers Rechtliche Realität (VGH)
Punktetabung durch Tilgung Tattag zählt: Tilgung nach Tat bleibt wirkungslos.
Umzug / Zuständigkeit Heilung möglich: Bescheid bleibt bei Pflichtentscheid wirksam.
Berufliche Existenz Nachrangig: Verkehrssicherheit wiegt schwerer als Job.

Fazit für Autofahrer: Den achten Punkt verhindern

Ist die 8-Punkte-Grenze einmal überschritten, gibt es praktisch keinen rechtlichen Weg zurück, da die Fahrerlaubnisbehörde gesetzlich zum Handeln verpflichtet ist. Die einzige Chance liegt darin, die Rechtskraft des entscheidenden Punktes zu verhindern. Da Messfehler bei Geschwindigkeits- oder Abstandsverstößen keine Seltenheit sind, sollte jeder Bescheid, der das Konto auf 7 oder 8 Punkte heben würde, technisch geprüft werden.

Quellen & Hintergrund zum Urteil

Hinweis: Dieses Urteil unterstreicht, dass die Behörden bei Erreichen von 8 Punkten zur Entziehung der Fahrerlaubnis verpflichtet sind. Ein Einspruch gegen den Entzug selbst hat meist nur Erfolg, wenn das vorherige Stufensystem (Ermahnung/Verwarnung) nachweislich nicht eingehalten wurde.

Verkehrsmagazin: Aktuelle Berichte & Urteile

Blitzer Neuer Blitzer in Delmenhorst: PoliScan 3R überwacht Tempo und Rotlicht an der Friedrich-Ebert-Allee
01. November 2026, 19:10 Uhr

Neuer Blitzer in Delmenhorst: PoliScan 3R überwacht Tempo und Rotlicht an der Friedrich-Ebert-Allee

An der Kreuzung Friedrich-Ebert-Allee / Wittekindstraße steht Delmenhorsts erster fester Blitzer für Tempo und Rotlicht. Wie die PoliScan 3R mit Laser misst, was ein Verstoß kostet und wo als Nächstes geblitzt wird.

Blitzer Neue Blitzer im Kreis Sigmaringen: Göggingen an der B 311 blitzt, Jungnau schon seit Sommer
01. November 2026, 10:12 Uhr

Neue Blitzer im Kreis Sigmaringen: Göggingen an der B 311 blitzt, Jungnau schon seit Sommer

Seit 28. Oktober blitzt eine neue TraffiStar S350 am Ortsausgang von Göggingen Richtung Meßkirch, in Jungnau an der B 32 schon seit Ende Juli. Der Landkreis rechnet damit, dass sich die 210.000 Euro in zwei Jahren bezahlt machen. Was ein Verstoß kostet.

Blitzer Neue Blitzer im Kreis Vechta: Lohne und Goldenstedt starten im November, B 69 erst 2027
31. Oktober 2026, 18:10 Uhr

Neue Blitzer im Kreis Vechta: Lohne und Goldenstedt starten im November, B 69 erst 2027

Am Bergweg in Lohne steht eine neue Blitzersäule, im November soll sie scharf geschaltet werden. Auch Goldenstedt bekommt eine neue Anlage, an der B 69 in Vechta dauert es bis Frühjahr 2027. Was der Verstoß kostet und worauf Betroffene achten sollten.

Blitzer Blitzer am Eifeltor: Fast 70.000 Temposünder und 1,4 Millionen Euro auf der A4 in Köln
30. Oktober 2026, 20:23 Uhr

Blitzer am Eifeltor: Fast 70.000 Temposünder und 1,4 Millionen Euro auf der A4 in Köln

Die Blitzer an der Eifeltor-Brücke auf der A4 in Köln haben in wenigen Monaten fast 70.000 Autofahrer erfasst. Seit 14. Oktober 2026 stehen weitere Messsäulen. Was das Bußgeld kostet und worauf Betroffene achten sollten.