Gelbe Ampel: Gelbphase, Pflichten und Bußgeld
Was Gelb an der Ampel bedeutet, wie lange die Gelbphase dauern muss, was ein Gelblichtverstoß kostet und warum sie beim Rotlichtblitzer wichtig ist.
Was Gelb an der Ampel bedeutet
Gelb ist kein „schnell noch rüber“. Nach § 37 Abs. 2 StVO ordnet Gelb an: „Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten.“ Wer bei Gelb noch mit normaler Bremsung vor der Haltelinie anhalten kann, muss das tun. Weiterfahren darf nur, wer dafür eine Vollbremsung bräuchte oder den nachfolgenden Verkehr gefährden würde.
Die Regeln für alle Ampelphasen erklärt der Beitrag zu § 37 StVO.
Wie lange die Gelbphase dauert
Die Dauer der Gelbphase richtet sich nach der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Vorgaben dazu enthält die Verwaltungsvorschrift zur StVO:
| Zulässige Geschwindigkeit | Gelbphase |
|---|---|
| 50 km/h | 3 Sekunden |
| 60 km/h | 4 Sekunden |
| 70 km/h | 5 Sekunden |
Die Zeiten sind so bemessen, dass ein Fahrer mit der erlaubten Geschwindigkeit bei normaler Bremsung vor der Haltelinie zum Stehen kommt. Wer schneller fährt als erlaubt, hat entsprechend weniger Spielraum.
Was ein Gelblichtverstoß kostet
Wer bei Gelb weiterfährt, obwohl er noch gefahrlos hätte anhalten können, zahlt ein Verwarnungsgeld von 10 €. Punkte gibt es dafür nicht. In der Praxis wird ein Gelblichtverstoß selten geahndet, weil er schwer nachzuweisen ist.
Deutlich teurer wird es, wenn die Ampel beim Überfahren der Haltelinie bereits Rot zeigt. Dann liegt ein Rotlichtverstoß vor, mit mindestens 90 € und einem Punkt. War die Ampel länger als eine Sekunde rot, drohen 200 €, zwei Punkte und ein Fahrverbot.
Gelbphase und Rotlichtblitzer
Ein Rotlichtblitzer löst erst aus, wenn die Ampel Rot zeigt. Die Gelbphase ist für die Messung trotzdem wichtig:
- Zu kurze Gelbphase: Ist die Gelbzeit kürzer als vorgesehen, kann das den Vorwurf entkräften oder ein Fahrverbot verhindern. Die Schaltpläne der Ampel lassen sich über die Akteneinsicht anfordern.
- Vorwerfbare Rotzeit: Bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß kommt es auf Zehntelsekunden an. Wie sie berechnet werden, erklärt der Beitrag zur vorwerfbaren Rotzeit.
Bremsen bei Gelb und Auffahrunfall
Wer bei Gelb anhält, verhält sich richtig. Fährt der Hintermann auf, haftet in der Regel er, weil er zu wenig Abstand gehalten oder nicht aufgepasst hat. Gegen den Auffahrenden spricht der sogenannte Anscheinsbeweis.
Eine Mithaftung des Vordermanns kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht, etwa wenn er ohne jeden Anlass oder völlig überraschend scharf bremst. Bei einer gerade auf Gelb springenden Ampel ist das in der Regel nicht der Fall.
Gelbes Blinklicht
Ein gelb blinkendes Licht ist kein Ampelsignal nach § 37 StVO, sondern ein Warnzeichen nach § 38 StVO. Es warnt vor einer Gefahr. Blinkt eine Ampel nachts oder bei einer Störung gelb, gelten die aufgestellten Vorfahrtsschilder. Fehlen sie, gilt rechts vor links.
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Einspruch prüfenRechtsgrundlagen
- § 37 StVO: Wechsellichtzeichen
- § 38 StVO: Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht
- VwV-StVO zu § 37: Dauer der Gelbphase