E-Scooter-Unfälle: Das Wichtigste
- 16.496 Unfälle: So viele E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registrierte die Polizei 2025.
- Plus 38,1 Prozent: 2024 waren es noch 11.944 Unfälle.
- 38 Todesopfer: Im Vorjahr waren 27 Menschen bei E-Scooter-Unfällen ums Leben gekommen.
- 1.895 Schwerverletzte: Weitere 16.184 Menschen wurden leicht verletzt.
- Häufigste Ursache: falsche Benutzung von Fahrbahn, Radweg oder Gehweg.
- Junge Fahrer: Mehr als die Hälfte der verunglückten E-Scooter-Fahrenden war jünger als 25 Jahre.
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle in Deutschland steigt deutlich. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei insgesamt 16.496 Unfälle mit Personenschaden, an denen mindestens ein E-Scooter beteiligt war.
Das waren 38,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Todesopfer stieg: 38 Menschen kamen bei E-Scooter-Unfällen ums Leben. 2024 waren es noch 27 gewesen.
Eine aktuelle Analyse der ADAC Unfallforschung vom 10. September 2026 greift die Entwicklung auf und weist insbesondere auf Risiken für Kinder und Jugendliche sowie typische Unfallursachen hin.
16.496 E-Scooter-Unfälle: So stark sind die Zahlen gestiegen
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden von 11.944 im Jahr 2024 auf 16.496 im Jahr 2025.
Damit hat sich auch der Anteil am gesamten Unfallgeschehen erhöht. Bei 5,5 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden war 2025 mindestens ein E-Scooter beteiligt. Ein Jahr zuvor waren es noch 4,1 Prozent.
- 38 Menschen kamen bei E-Scooter-Unfällen ums Leben.
- 1.895 Menschen wurden schwer verletzt.
- 16.184 Menschen wurden leicht verletzt.
Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass sich die Zahl der mit E-Scootern Verunglückten innerhalb weniger Jahre stark erhöht hat. Besonders bei Kindern und Jugendlichen beobachtet die Unfallforschung eine zunehmende Zahl von Verletzten.
Häufigste Ursache: Mit dem E-Scooter auf der falschen Verkehrsfläche
Der häufigste von der Polizei festgestellte Fehler war 2025 die falsche Benutzung von Verkehrsflächen. Dieser Punkt machte 21,6 Prozent der registrierten Fehlverhalten von E-Scooter-Fahrenden aus.
Grundsätzlich gehören E-Scooter auf vorhandene Radwege, Radfahrstreifen oder Fahrradstraßen. Ist eine entsprechende Radverkehrsfläche nicht vorhanden, darf innerorts auf der Fahrbahn gefahren werden.
Ein normaler Gehweg darf mit einem E-Scooter dagegen grundsätzlich nicht befahren werden, sofern er nicht ausdrücklich für Elektrokleinstfahrzeuge freigegeben ist.
| Verstoß | Regelsatz |
|---|---|
| Nicht zulässige Verkehrsfläche benutzt | 15 € |
| ... mit Behinderung | 20 € |
| ... mit Gefährdung | 25 € |
| ... mit Sachbeschädigung | 30 € |
| Eine zweite Person auf dem E-Scooter mitgenommen | 10 € |
Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung erlaubt auf einem E-Scooter außerdem nur eine Person. Trotzdem waren 2025 insgesamt 822 der verunglückten E-Scooter-Nutzenden als Mitfahrer unterwegs.
Alkohol ist bei E-Scooter-Unfällen auffällig häufig
An zweiter Stelle der registrierten Fehlverhalten stand Alkohol. Bei 10,9 Prozent der festgestellten Fehler wurde E-Scooter-Fahrenden Alkoholeinfluss vorgeworfen.
Zum Vergleich: Bei Fahrradfahrenden lag dieser Anteil bei 7,7 Prozent.
Ein wichtiger Unterschied wird dabei häufig unterschätzt: Ein E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug. Deshalb gelten beim Alkohol grundsätzlich dieselben wesentlichen Grenzen wie beim Führen anderer Kraftfahrzeuge.
Für Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge gilt dabei grundsätzlich die Null-Promille-Regel. Für andere Fahrer gilt insbesondere die 0,5-Promille-Grenze; abhängig von Alkoholwert, Fahrweise und konkreter Gefährdung können allerdings deutlich schwerwiegendere Folgen entstehen.
Auch Geschwindigkeit spielt eine Rolle
Die dritthäufigste von der Polizei festgestellte Ursache war eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Sie machte 8,4 Prozent der registrierten Fehlverhalten aus.
Das klingt bei einem Fahrzeug mit vergleichsweise geringer Höchstgeschwindigkeit zunächst überraschend. Entscheidend ist jedoch nicht nur die absolute Geschwindigkeit. Gerade auf engen Radwegen, an Kreuzungen oder in Bereichen mit vielen Fußgängern kann auch eine Geschwindigkeit unterhalb der technisch möglichen Höchstgeschwindigkeit für die konkrete Situation zu hoch sein.
Weitere 7,5 Prozent der festgestellten Fehler entfielen auf Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie beim Ein- und Anfahren.
Mehr als die Hälfte der Verunglückten ist jünger als 25
E-Scooter-Unfälle betreffen auffällig häufig jüngere Menschen. Insgesamt waren 53,6 Prozent der 2025 verunglückten E-Scooter-Fahrenden jünger als 25 Jahre.
83,7 Prozent waren jünger als 45 Jahre. Nur 3,1 Prozent gehörten zur Altersgruppe ab 65 Jahren.
Das hängt auch mit der Nutzung zusammen: E-Scooter werden überdurchschnittlich häufig von jüngeren Menschen verwendet. Die neue ADAC-Unfallanalyse weist insbesondere auf die steigende Zahl verletzter Kinder und Jugendlicher hin.
Jeder dritte E-Scooter-Unfall passiert ohne Unfallgegner
Nicht jeder schwere E-Scooter-Unfall entsteht durch einen Zusammenstoß mit einem Auto. 30,5 Prozent der Unfälle mit Personenschaden waren 2025 Alleinunfälle.
Von den 33 tödlich verunglückten E-Scooter-Nutzenden kamen 16 bei einem Alleinunfall ums Leben.
Kam es zu einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer, war allerdings besonders häufig ein Pkw beteiligt. Insgesamt registrierte die Polizei 7.215 Unfälle zwischen E-Scootern und Autos.
Die Zahlen zeigen damit zwei unterschiedliche Risiken: Einerseits können Fahrfehler oder Stürze bereits ohne Unfallgegner schwere Folgen haben. Andererseits treffen E-Scooter im Stadtverkehr häufig auf deutlich schwerere Fahrzeuge.
Weitere Informationen zu Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten bei Verkehrsverstößen finden Sie in unserem aktuellen Bußgeldkatalog.