Tag ohne Verkehrstote: Warum am 17. September Fußgänger im Fokus stehen

Oliver Godolt, Fachredakteur für Verkehrsrecht bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht

Am 17. September 2026 verfolgt ROADPOL europaweit das Ziel eines Tages ohne Verkehrstote. Im Mittelpunkt der Safety Days stehen in diesem Jahr besonders Fußgänger. Die aktuellen Unfallzahlen aus Deutschland zeigen, warum.

Fußgänger im Straßenverkehr zum Tag ohne Verkehrstote 2026
Bei den ROADPOL Safety Days 2026 stehen insbesondere Fußgänger und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt.

Tag ohne Verkehrstote 2026: Das Wichtigste

  • Aktion: Die ROADPOL Safety Days finden vom 16. bis 22. September 2026 statt.
  • Zieltag: Am 17. September soll europaweit möglichst kein Mensch bei einem Straßenverkehrsunfall ums Leben kommen.
  • Schwerpunkt 2026: Fußgängerinnen und Fußgänger.
  • Deutschland: 2025 starben insgesamt 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen.
  • Innerorts: 960 Verkehrstote, darunter 317 Fußgänger und 285 Radfahrer.
  • Geschwindigkeit: Bei Unfällen mit nicht angepasster oder zu hoher Geschwindigkeit kamen 812 Menschen ums Leben.

Am heutigen 17. September 2026 verfolgt das europäische Polizeinetzwerk ROADPOL ein besonders ambitioniertes Ziel: Einen ganzen Tag lang soll auf Europas Straßen möglichst kein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen.

Der Aktionstag ist Teil der ROADPOL Safety Days 2026, die vom 16. bis 22. September stattfinden. In diesem Jahr richtet sich die Kampagne besonders auf die Sicherheit von Menschen, die zu Fuß unterwegs sind.

Schwerpunkt 2026: Fußgänger gehören zu den am wenigsten geschützten Verkehrsteilnehmern. ROADPOL will deshalb sowohl Autofahrer als auch Fußgänger für typische Gefahrensituationen und Ablenkung sensibilisieren.

Warum findet der Aktionstag am 17. September statt?

ROADPOL veranstaltet seine Safety Days jährlich im September. Die Kampagne orientiert sich am langfristigen europäischen Ziel der sogenannten Vision Zero: Die Zahl der Verkehrstoten soll möglichst auf null reduziert werden.

Für 2026 wurde der 17. September ausdrücklich als Zieltag ausgewählt, an dem europaweit kein tödlicher Verkehrsunfall passieren soll.

Dabei geht es nicht nur um Kontrollen. Die Aktionswoche soll Verkehrsteilnehmer auch daran erinnern, wie stark Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme die Sicherheit im Straßenverkehr beeinflussen.

2026 stehen Fußgänger besonders im Fokus

Menschen zu Fuß haben bei einem Zusammenstoß kaum Schutz. ROADPOL nennt für Europa einen Anteil von rund 18 Prozent aller Verkehrstoten, die 2025 als Fußgänger unterwegs waren.

Die diesjährige Kampagne richtet sich deshalb an beide Seiten. Autofahrer sollen insbesondere an Kreuzungen, Fußgängerüberwegen und in stark frequentierten innerstädtischen Bereichen aufmerksam fahren und ihre Geschwindigkeit anpassen.

Bei Fußgängern stehen unter anderem Ablenkung durch Smartphones oder Kopfhörer, unachtsames Überqueren der Straße und schlechte Sichtbarkeit bei Dunkelheit im Mittelpunkt.

Deutschland: 602 getötete Fußgänger und Radfahrer innerorts

Wie relevant dieses Thema auch in Deutschland ist, zeigen die endgültigen Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2025 kamen insgesamt 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Rund 371.000 Menschen wurden verletzt.

Besonders auffällig ist die Situation innerhalb geschlossener Ortschaften. Dort starben insgesamt 960 Menschen.

  • 317 Menschen waren zu Fuß unterwegs.
  • 285 Menschen fuhren mit einem Fahrrad.
  • Damit entfielen 63 Prozent der innerorts Getöteten auf Fußgänger und Radfahrer.

Unter den 285 getöteten Radfahrern waren nach Angaben von Destatis 119 Personen mit einem Pedelec unterwegs.

Geschwindigkeit bleibt ein entscheidender Unfallfaktor

Die Statistik zeigt gleichzeitig, warum angepasste Geschwindigkeit bei der Verkehrssicherheit eine zentrale Rolle spielt.

Bei Unfällen, bei denen mindestens eine beteiligte Person zu schnell oder nicht an Straßen-, Verkehrs- oder Witterungsverhältnisse angepasst gefahren war, kamen 2025 insgesamt 812 Menschen ums Leben. Das entspricht rund 29 Prozent aller Verkehrstoten.

Weitere rund 48.700 Menschen wurden bei solchen Geschwindigkeitsunfällen verletzt.

Welche Sanktionen bei einem Tempoverstoß drohen, zeigt unser aktueller Bußgeldkatalog für Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Auch Ablenkung kann die Reaktionszeit erheblich beeinträchtigen. Die aktuellen Sanktionen bei verbotener Smartphone-Nutzung finden Sie unter Handy am Steuer. Informationen zu einem zu geringen Sicherheitsabstand bietet unser Bußgeldkatalog für Abstandsverstöße.

ROADPOL Safety Days laufen noch bis zum 22. September

Der heutige Tag ohne Verkehrstote ist nur ein Teil der diesjährigen Aktionswoche. Die ROADPOL Safety Days laufen noch bis zum 22. September 2026.

Ob das Ziel eines europaweiten Tages ohne Verkehrstote tatsächlich erreicht wurde, lässt sich erst nach Auswertung der Unfallzahlen feststellen.

Die Aktion lenkt den Blick aber auf ein dauerhaft wichtiges Thema: Während moderne Fahrzeuge immer mehr Sicherheits- und Assistenzsysteme erhalten, bleiben Fußgänger, Radfahrer und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer bei einem Zusammenstoß einem besonders hohen Risiko ausgesetzt.

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