Stationäre Messanlage vom Typ TraffiStar S330
Traffistar S330 · Symbolbild

Blitzer im Richard-Strauss-Tunnel in München (50m nach Tunneleinfahrt)

Tempolimit variabel, meist 60 km/h innerorts · maßgeblich ist die Anzeige zum Messzeitpunkt
Messgerät Traffistar S330 Fester Blitzer
Standort 50m nach Tunneleinfahrt Richard-Strauss-Tunnel · 50m nach Tunneleinfahrt
Traffistar S330 · Symbolbild

Im Richard-Strauss-Tunnel in München geblitzt worden und jetzt drohen Bußgeld, Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot? Hier überwacht eine fest installierte Blitzeranlage (50m nach Tunneleinfahrt) ein variables Tempolimit. Zum Einsatz kommt das Messgerät TraffiStar S330. Zuständig für das Bußgeldverfahren ist das Bayerische Polizeiverwaltungsamt.

Bußgeld und Punkte im Richard-Strauss-Tunnel in München

Bußgeld (ohne Gebühren), Punkte und Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts
Zu schnell Bußgeld PunkteP FahrverbotFV
1–10 km/h 30 € - -
11–15 km/h 50 € - -
16–20 km/h 70 € - -
21–25 km/h 115 € 1 -
26–30 km/h 180 € 1 1 Monat*1 M.*
31–40 km/h 260 € 2 1 Monat1 M.
41–50 km/h 400 € 2 1 Monat1 M.
51–60 km/h 560 € 2 2 Monate2 M.
61–70 km/h 700 € 2 3 Monate3 M.
über 70 km/h 800 € 2 3 Monate3 M.

Punkte* WiederholungstäterFahrverbot

Innerorts sind die Regelsätze höher als außerorts, und ein Fahrverbot droht schon ab 31 km/h zu viel. Umso wichtiger ist, dass Messung, Beschilderung und Fahrzeugzuordnung einer genauen Prüfung standhalten. Wer an dieser Messstelle einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid erhalten hat, sollte die Messung deshalb fachkundig überprüfen lassen.

So funktioniert das Messgerät TraffiStar S330

Das Messgerät TraffiStar S330 misst nach dem Weg-Zeit-Prinzip. In der Fahrbahn liegen mehrere Sensoren (Piezo- bzw. Koaxialkabel) in festem Abstand. Überfährt ein Reifen die Sensoren, erzeugen sie ein elektrisches Signal. Aus dem bekannten Abstand und der gemessenen Zeit zwischen den Signalen errechnet das Gerät die Geschwindigkeit.

Damit die Messung stimmt, müssen die Sensoren exakt im vorgeschriebenen Abstand liegen und fest mit dem Fahrbahnbelag verbunden sein. Mehrere Sensoren ermöglichen zusätzlich eine Kontrollmessung.

Diese Messfehler beim TraffiStar S330 können einen Einspruch erfolgreich machen

  1. Zustand von Sensoren und FahrbahnRisse im Asphalt, abgefahrene Fahrbahndecken oder gelockerte Sensoren können die Signale verfälschen. Ob der Belag im Richard-Strauss-Tunnel in München zum Messzeitpunkt in Ordnung war, lässt sich über Wartungs- und Prüfunterlagen nachvollziehen.
  2. Spurwechsel im SensorbereichWechselt ein Fahrzeug im Bereich der Sensoren die Spur oder überfährt sie schräg, kann die Weg-Zeit-Messung ungenau werden. Auf dem Messfoto lässt sich oft erkennen, wie das Fahrzeug die Sensoren überquert hat.
  3. Kontrollmessung und EichungDie Abweichung zwischen Haupt- und Kontrollmessung darf eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Außerdem muss die Eichung der gesamten Anlage einschließlich der Sensoren gültig gewesen sein.
  4. FahreridentifizierungAuch wenn die Messung stimmt: Die Behörde muss nachweisen, wer gefahren ist. Ist das Gesicht auf dem Foto unscharf, verdeckt oder schlecht ausgeleuchtet, kann die Identifizierung scheitern.
  5. Gerätehistorie der festen AnlageFeste Anlagen laufen oft über Jahre. Reparaturen, Austausch von Bauteilen oder Software-Updates müssen dokumentiert sein und dürfen nicht ohne erneute Eichung erfolgt sein. Die sogenannte Lebensakte des Geräts gibt darüber Auskunft.
  6. Variables TempolimitDas Tempolimit wird hier über Anzeigen gesteuert. Maßgeblich ist, was die Anzeige im Moment der Messung zeigte. Das lässt sich über die Schaltprotokolle der Anlage nachprüfen.
  7. ToleranzabzugBei Messwerten bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, darüber drei Prozent des Messwerts. Ein falscher Abzug kann gerade an den Grenzen zu Punkten oder Fahrverbot entscheidend sein.

Dies ist nur eine Auswahl möglicher Mess- und Auswertungsfehler. Welche davon im konkreten Fall eine Rolle spielen, lässt sich erst nach Durchsicht der Messunterlagen sagen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gilt: Auch bei einem standardisierten Messverfahren müssen Gerichte die Messung näher prüfen, wenn es konkrete Anhaltspunkte für Fehler gibt. Ein technisch fundierter Einspruch hat deshalb vor allem dann gute Chancen, wenn sich Messfehler oder ernsthafte Zweifel an der Fahrzeugzuordnung belegen lassen.

Besonderheiten dieser Messstelle

Zum StandortFeste Messanlage im Richard-Strauß-Tunnel, kurz nach der Einfahrt. Besonderheit: Einsatz eines Infrarot-Schwarzblitzers (S330). Das Limit ist variabel, meist sind 60 km/h freigegeben.

Im Tunnel wird meist mit Infrarot gemessen, ein Blitz ist nicht zu sehen. Viele bemerken die Messung deshalb erst, wenn der Anhörungsbogen kommt. Bei der Prüfung geht es dann vor allem darum, ob das Foto die Person am Steuer eindeutig zeigt.

Zuständige Bußgeldstelle: Bayerisches Polizeiverwaltungsamt

Zuständig für die Messstelle im Richard-Strauss-Tunnel in München ist das Bayerische Polizeiverwaltungsamt, Abteilung Zentrale Verkehrs Ordnungswidrigkeiten. Von dort kommen der Anhörungsbogen und später gegebenenfalls der Bußgeldbescheid.

Prüfen Sie im Schreiben zuerst, ob Straße, Fahrtrichtung, Tatzeit und Messgerät stimmen. Messprotokoll, Eichschein und die übrigen Messunterlagen liegen bei der Bußgeldstelle. Einsehen lassen sie sich über eine Akteneinsicht, in der Regel durch eine Anwältin oder einen Anwalt.

Für den Anhörungsbogen gibt es keine Einspruchsfrist; Angaben zur Sache müssen Sie dort nicht machen. Gegen einen Bußgeldbescheid kann dagegen nur innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden.

Die Behörde bietet eine Online-Anhörung an. Portalzugang und Kontaktdaten finden Sie unter Online-Anhörung bei dem Bayerischen Polizeiverwaltungsamt.

Rechtsanwalt Andreas Junge: Bundesweite Verteidigung mit technischen Gutachten

Rechtsanwalt Andreas Junge ist Fachanwalt für Strafrecht und seit Jahren bundesweit im Verkehrsrecht tätig. Er arbeitet eng mit Sachverständigen für Verkehrsmesstechnik zusammen, die Geschwindigkeits- und Rotlichtmessungen gezielt auf technische Fehler untersuchen.

Nach einer Messung im Richard-Strauss-Tunnel in München fordert er die Verfahrensunterlagen vom Bayerischen Polizeiverwaltungsamt an, darunter Messprotokoll, Eichschein, Falldatei und gegebenenfalls die Lebensakte des Geräts. Er prüft die Beweislage und entwickelt eine Verteidigung, die auf den konkreten Vorwurf zugeschnitten ist, mit besonderem Blick auf die typischen Fehlerquellen beim TraffiStar S330.

Ein Gutachten eines TÜV-zertifizierten Sachverständigen kann festgestellte Mess- und Auswertungsfehler nachvollziehbar belegen. Diese Erkenntnisse nutzt Rechtsanwalt Junge für fundierte Einwendungen gegenüber der Bußgeldstelle und, wenn nötig, vor Gericht. Ziel ist die Einstellung des Verfahrens, ein Freispruch oder zumindest mildere Rechtsfolgen. Gerade wenn Punkte oder ein Fahrverbot drohen, lohnt es sich, frühzeitig einen erfahrenen Verteidiger einzuschalten.

Rechtsschutzversicherung: Wer die Kosten übernimmt

Mit einer Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt diese bei vollständiger Deckungszusage die gedeckten Kosten der Verteidigung, einschließlich Gerichts- und Gutachterkosten.

Die Kanzlei klärt die Kostenübernahme mit Ihrer Versicherung, auch für ein Sachverständigengutachten, bevor dieses beauftragt wird. Eine mögliche Geldbuße ist davon nicht umfasst.

So erreichen Sie Rechtsanwalt Andreas Junge

Am schnellsten laden Sie Ihr Schreiben im kostenlosen Blitzer-Check hoch. Alternativ senden Sie Ihren Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid per E-Mail an junge@jhb.legal. Geben Sie dabei möglichst das Aktenzeichen, den Messort Richard-Strauss-Tunnel, München und das Zustellungsdatum an.

Telefonisch erreichen Sie die Kanzlei unter 030 39839032, bei dringenden Fragen auch außerhalb der Bürozeiten mobil unter 0179 2346907.

Wichtig: Gegen einen Bußgeldbescheid muss innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Eine bloße Kontaktanfrage wahrt diese Frist nicht. Lassen Sie den Bescheid deshalb frühzeitig prüfen und stimmen Sie die fristgerechte Einlegung des Einspruchs ab.

Häufige Fragen zur Messstelle im Richard-Strauss-Tunnel in München

Was kostet ein Blitzer im Richard-Strauss-Tunnel in München?

Das hängt davon ab, wie weit Sie über dem Limit lagen, das zum Messzeitpunkt galt, jeweils nach Toleranzabzug. Ab 21 km/h zu viel kostet es 115 € und einen Punkt in Flensburg, ab 31 km/h zu viel 260 €, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Alle Stufen finden Sie im Bußgeldkatalog innerorts.

Ab wann droht hier ein Fahrverbot?

Ab 31 km/h über dem Limit nach Toleranzabzug ist ein Monat Fahrverbot vorgesehen. Für Wiederholungstäter gilt: Wer innerhalb eines Jahres nach einem rechtskräftigen Bußgeldbescheid erneut 26 km/h oder mehr zu schnell ist, bekommt schon dann einen Monat Fahrverbot.

Welches Tempolimit gilt hier?

Das Tempolimit wird hier über Anzeigen gesteuert, meist gilt 60 km/h. Maßgeblich ist, was die Anzeige im Moment der Messung zeigte. Das lässt sich über die Schaltprotokolle der Anlage nachprüfen.

Wie viel Toleranz wird beim TraffiStar S330 abgezogen?

Bis 100 km/h Messwert werden 3 km/h abgezogen, darüber 3 %, jeweils zu Ihren Gunsten aufgerundet. Mehr dazu unter Toleranzabzug.

Wer verschickt den Anhörungsbogen für diesen Blitzer?

Das Bayerische Polizeiverwaltungsamt. Von dort kommen der Anhörungsbogen und später gegebenenfalls der Bußgeldbescheid. Gegen einen Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen. Die Behörde bietet eine Online-Anhörung an.

Wer trägt die Kosten, wenn ich mich gegen die Messung wehre?

Mit einer Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt diese bei Deckungszusage die Kosten für Anwalt, Gericht und Gutachten. Die Kanzlei klärt die Kostenübernahme vorab mit der Versicherung. Eine mögliche Geldbuße ist davon nicht umfasst.

Kann ich die Messung mit dem TraffiStar S330 prüfen lassen?

Ja. Geprüft werden unter anderem Eichung, Messprotokoll und ob der Messwert eindeutig Ihrem Fahrzeug zugeordnet wurde. Im kostenlosen Blitzer-Check laden Sie Ihr Schreiben hoch und erhalten eine erste Einschätzung.

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