11 km/h zu schnell außerorts: Bußgeld, Punkte & Fahrverbot 2026

Oliver Godolt, Fachredakteur bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht Aktualisiert am 14.09.2026 um 19:37 Uhr
Info

Wer außerorts 11 km/h zu schnell fährt, muss nach dem aktuellen Bußgeldkatalog mit einem Verwarnungsgeld von 40 € rechnen. Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot sind für diesen Verstoß nicht vorgesehen; auch ein A-Verstoß in der Probezeit liegt noch nicht vor.

Ein Auto wird außerorts bei einer Geschwindigkeitsmessung erfasst.

Was kosten 11 km/h zu schnell außerorts?

Für 11 km/h zu schnell außerorts sieht der Bußgeldkatalog ein Verwarnungsgeld von 40 € vor. Wird die Verwarnung fristgerecht und vollständig bezahlt, wird wegen dieses Verstoßes grundsätzlich kein förmlicher Bußgeldbescheid mit den dafür vorgesehenen Gebühren und Auslagen erforderlich.

Verwarnungsgeld
40 €
Punkte
keine
Fahrverbot
keines
Probezeit
kein A-Verstoß
Zur Einordnung

Für denselben Wert gelten innerorts teilweise andere Regelsätze. Den direkten Vergleich finden Sie bei 11 km/h zu schnell innerorts. Die benachbarte Stufe 10 km/h zu schnell außerorts und 12 km/h zu schnell außerorts helfen bei der Einordnung. Alle Stufen finden Sie in unserer Übersicht zu Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts.

Was bedeuten 11 km/h zu schnell bei typischen Tempolimits außerorts?

Die Überschreitung beschreibt die Differenz zwischen der erlaubten und der vorwerfbaren Geschwindigkeit nach Berücksichtigung der Messtoleranz. Bei 11 km/h zu viel ergeben sich je nach Tempolimit beispielsweise folgende Werte:

Bei erlaubten 80 km/h91 km/h vorwerfbar
Bei erlaubten 100 km/h111 km/h vorwerfbar
Bei erlaubten 120 km/h131 km/h vorwerfbar
Bei erlaubten 130 km/h141 km/h vorwerfbar

Der ursprüngliche Messwert kann höher gewesen sein, weil der Toleranzabzug bereits berücksichtigt wird, bevor die vorwerfbare Geschwindigkeit feststeht.

Sind 11 km/h zu schnell außerorts in der Probezeit ein A-Verstoß?

Nein. Bei 11 km/h zu schnell außerorts liegt allein wegen dieser Geschwindigkeitsüberschreitung noch kein A-Verstoß in der Probezeit vor. Die Probezeit verlängert sich deshalb wegen dieses einzelnen Tempoverstoßes nicht und ein Aufbauseminar wird allein hierfür nicht angeordnet.

Welcher Toleranzabzug gilt bei 11 km/h zu schnell außerorts?

Für die Sanktion ist nicht der ungefilterte Messwert, sondern die vorwerfbare Geschwindigkeit nach Berücksichtigung der Verkehrsfehlergrenze maßgeblich. Beim Toleranzabzug werden bei amtlichen Geschwindigkeitsmessungen bis 100 km/h regelmäßig 3 km/h, bei Messwerten über 100 km/h 3 Prozent zugunsten des Betroffenen berücksichtigt.

Die Überschreitung von 11 km/h auf dieser Seite bezieht sich bereits auf den vorwerfbaren Wert. Der Abzug wird also nicht noch einmal von den 11 km/h abgezogen.

Was kann bei einer Messung von 11 km/h zu schnell außerorts geprüft werden?

Ob sich aus einer konkreten Messung Einwände ergeben, hängt vom verwendeten Messgerät und den Unterlagen des Einzelfalls ab. Typische Prüfpunkte sind:

  • Messgerät und Softwareversion: Passten Gerät, Software und Einsatzbedingungen zusammen?
  • Eichung bzw. Konformität: War das Messgerät für den Einsatz ordnungsgemäß in Verkehr und innerhalb der maßgeblichen Fristen?
  • Messprotokoll und Bedienung: Wurde das Gerät entsprechend den vorgesehenen Gebrauchsvorgaben eingesetzt?
  • Messfoto und Zuordnung: Lässt sich der Messwert dem betroffenen Fahrzeug eindeutig zuordnen?
  • Toleranzabzug: Wurde die für das Messverfahren vorgesehene Verkehrsfehlergrenze korrekt berücksichtigt?

Ein einzelner Prüfpunkt bedeutet nicht automatisch, dass eine Messung unverwertbar oder ein Bußgeldbescheid unwirksam ist. Entscheidend ist die konkrete Messung und deren Dokumentation.

Kann ich gegen den Bußgeldbescheid wegen 11 km/h zu schnell Einspruch einlegen?

Ja. Gegen einen Bußgeldbescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Ob ein Einspruch inhaltlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Messung, der Fahrerzuordnung, den Verfahrensunterlagen und den konkreten Folgen des Bescheids ab.

Wer zunächst nur einen Anhörungsbogen erhalten hat, befindet sich noch nicht in dieser zweiwöchigen Einspruchsfrist gegen den Bußgeldbescheid.

Rechtsgrundlagen & Quellen