66 km/h zu schnell außerorts: Bußgeld, Punkte & Fahrverbot 2026

Oliver Godolt, Fachredakteur bei Blitzerkatalog.org
Oliver Godolt Fachredakteur für Verkehrsrecht Aktualisiert am 14.09.2026 um 19:37 Uhr
Info

Wer außerorts 66 km/h zu schnell fährt, muss mit einem Bußgeld von 600 €, 2 Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot von 2 Monate rechnen. In der Probezeit handelt es sich um einen A-Verstoß.

Ein Auto wird außerorts bei einer Geschwindigkeitsmessung erfasst.

Was kosten 66 km/h zu schnell außerorts?

Für 66 km/h zu schnell außerorts sieht der Bußgeldkatalog ein Regelbußgeld von 600 € vor. Bei einem Bußgeldbescheid kommen regelmäßig Gebühren und Auslagen hinzu. Auf Grundlage des Regelsatzes ergibt sich hier ein Gesamtbetrag von 633,50 €.

Bußgeld
600 €
Punkte
2 Punkte
Fahrverbot
2 Monate
Probezeit
A-Verstoß

Die Gebühren eines Bußgeldbescheides betragen 5 Prozent der festgesetzten Geldbuße, mindestens 25 Euro. Für eine entsprechende Zustellung können zusätzlich 3,50 Euro Auslagen anfallen.

Zur Einordnung

Für denselben Wert gelten innerorts teilweise andere Regelsätze. Den direkten Vergleich finden Sie bei 66 km/h zu schnell innerorts. Die benachbarte Stufe 65 km/h zu schnell außerorts und 67 km/h zu schnell außerorts helfen bei der Einordnung. Alle Stufen finden Sie in unserer Übersicht zu Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts.

Hinweis für bestimmte Lkw und andere Fahrzeugarten: Für Fahrzeugarten, für die die strengeren Lkw-Regelsätze gelten, fallen bei 66 km/h zu schnell außerorts andere Sanktionen an als bei Pkw oder Motorrad:

  • Bußgeld: 700 €
  • Punkte in Flensburg: 2 Punkte
  • Fahrverbot: 3 Monate

Was bedeuten 66 km/h zu schnell bei typischen Tempolimits außerorts?

Die Überschreitung beschreibt die Differenz zwischen der erlaubten und der vorwerfbaren Geschwindigkeit nach Berücksichtigung der Messtoleranz. Bei 66 km/h zu viel ergeben sich je nach Tempolimit beispielsweise folgende Werte:

Bei erlaubten 80 km/h146 km/h vorwerfbar
Bei erlaubten 100 km/h166 km/h vorwerfbar
Bei erlaubten 120 km/h186 km/h vorwerfbar
Bei erlaubten 130 km/h196 km/h vorwerfbar

Der ursprüngliche Messwert kann höher gewesen sein, weil der Toleranzabzug bereits berücksichtigt wird, bevor die vorwerfbare Geschwindigkeit feststeht.

Wie viele Punkte gibt es bei 66 km/h zu schnell außerorts?

Bei 66 km/h zu schnell außerorts wird der Verstoß mit 2 Punkten in Flensburg bewertet. Für Ordnungswidrigkeiten, die mit zwei Punkten bewertet werden, beträgt die Tilgungsfrist grundsätzlich fünf Jahre.

Den aktuellen Stand des eigenen Punktekontos können Sie direkt beim Kraftfahrt-Bundesamt abfragen.

Droht bei 66 km/h zu schnell außerorts ein Fahrverbot?

Ja. Bei 66 km/h zu schnell außerorts sieht der Bußgeldkatalog neben dem Bußgeld und den Punkten ein Fahrverbot von 2 Monate vor.

Ein Fahrverbot lässt die Fahrerlaubnis grundsätzlich bestehen; der Führerschein wird für die festgesetzte Dauer in amtliche Verwahrung gegeben. Weitere Einzelheiten erläutert unser Ratgeber zum Fahrverbot.

Sind 66 km/h zu schnell außerorts in der Probezeit ein A-Verstoß?

Ja. Eine vorwerfbare Geschwindigkeitsüberschreitung von 66 km/h liegt über der für Maßnahmen in der Probezeit maßgeblichen 20-km/h-Grenze und wird als A-Verstoß behandelt. Handelt es sich um den ersten A-Verstoß, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde regelmäßig ein Aufbauseminar an; die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre auf insgesamt vier Jahre.

Diese Maßnahmen kommen zusätzlich zu Bußgeld, Punkten und einem gegebenenfalls vorgesehenen Fahrverbot hinzu.

Welcher Toleranzabzug gilt bei 66 km/h zu schnell außerorts?

Für die Sanktion ist nicht der ungefilterte Messwert, sondern die vorwerfbare Geschwindigkeit nach Berücksichtigung der Verkehrsfehlergrenze maßgeblich. Beim Toleranzabzug werden bei amtlichen Geschwindigkeitsmessungen bis 100 km/h regelmäßig 3 km/h, bei Messwerten über 100 km/h 3 Prozent zugunsten des Betroffenen berücksichtigt.

Die Überschreitung von 66 km/h auf dieser Seite bezieht sich bereits auf den vorwerfbaren Wert. Der Abzug wird also nicht noch einmal von den 66 km/h abgezogen.

Was kann bei einer Messung von 66 km/h zu schnell außerorts geprüft werden?

Ob sich aus einer konkreten Messung Einwände ergeben, hängt vom verwendeten Messgerät und den Unterlagen des Einzelfalls ab. Typische Prüfpunkte sind:

  • Messgerät und Softwareversion: Passten Gerät, Software und Einsatzbedingungen zusammen?
  • Eichung bzw. Konformität: War das Messgerät für den Einsatz ordnungsgemäß in Verkehr und innerhalb der maßgeblichen Fristen?
  • Messprotokoll und Bedienung: Wurde das Gerät entsprechend den vorgesehenen Gebrauchsvorgaben eingesetzt?
  • Messfoto und Zuordnung: Lässt sich der Messwert dem betroffenen Fahrzeug eindeutig zuordnen?
  • Toleranzabzug: Wurde die für das Messverfahren vorgesehene Verkehrsfehlergrenze korrekt berücksichtigt?

Ein einzelner Prüfpunkt bedeutet nicht automatisch, dass eine Messung unverwertbar oder ein Bußgeldbescheid unwirksam ist. Entscheidend ist die konkrete Messung und deren Dokumentation.

Kann ich gegen den Bußgeldbescheid wegen 66 km/h zu schnell Einspruch einlegen?

Ja. Gegen einen Bußgeldbescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Ob ein Einspruch inhaltlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Messung, der Fahrerzuordnung, den Verfahrensunterlagen und den konkreten Folgen des Bescheids ab.

Wer zunächst nur einen Anhörungsbogen erhalten hat, befindet sich noch nicht in dieser zweiwöchigen Einspruchsfrist gegen den Bußgeldbescheid.

Rechtsgrundlagen & Quellen