15 km/h innerorts zu schnell gefahren: Aktuelle Bußgelder 2026

Oliver Godolt -  Autor bei Blitzerkatalog
Fachredakteur für Verkehrsrecht
Aktualisiert am: 30.07.2026, 10:35 Uhr

Hier finden Sie die aktuellen Strafen aus dem Bußgeldkatalog für eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h innerhalb einer geschlossenen Ortschaft und können kostenlos prüfen, ob sich ein Einspruch lohnt.

Ein Auto wird von einem mobilen Blitzer innerorts geblitzt.
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h innerorts kann teuer werden.

Geringfügiger Verstoß: 15 km/h zu viel innerorts

Auch wenn Sie mit 15 km/h innerorts zu schnell waren – beispielsweise bei einer Messung von 45 km/h in einer Tempo-30-Zone –, stuft der Gesetzgeber dies lediglich als geringfügige Ordnungswidrigkeit ein. Laut Bußgeldkatalog 2026 erhalten Sie noch kein förmliches Bußgeldverfahren, sondern ein Angebot für ein Verwarnungsgeld:

  • Bußgeld: 50 €
  • Punkte in Flensburg: keine Punkte
  • Fahrverbot: kein Fahrverbot

Unser Experten-Tipp: Überweisen Sie diese 50 € unbedingt innerhalb der gewährten Frist von meist 7 Tagen. Tun Sie das nicht, eröffnet die Bußgeldstelle ein reguläres Verfahren. Dann kommen zwingend 28.5 € an gesetzlichen Verwaltungsgebühren obendrauf, was den Betrag fast verdoppelt.

Km/h
Punkte Fahrverbot Einspruch
0 - 10 30 € - Nein eher nicht
11 - 15 50 € - Nein eher nicht
16 - 20 70 € 1 Nein Kostenlos prüfen
21 - 25 115 € 1 Nein Kostenlos prüfen
26 - 30 180 € 1 1 Monat* Kostenlos prüfen
31 - 40 260 € 2 1 Monat Kostenlos prüfen
41 - 50 400 € 2 2 Monate Kostenlos prüfen
51 - 60 560 € 2 2 Monate Kostenlos prüfen
61 - 70 700 € 2 3 Monate Kostenlos prüfen
Über 70 800 € 2 3 Monate Kostenlos prüfen
* Ein Fahrverbot von 1 Monat droht, wenn innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschritten wird.
km/h
P FV Einspruch
<10 30 € - Nein eher nicht
11-15 50 € - Nein eher nicht
16-20 70 € 1 Nein eher nicht
21-25 115 € 1 Nein Jetzt prüfen
26-30 180 € 1 1M** Jetzt prüfen
31-40 260 € 2 1M Jetzt prüfen
41-50 400 € 2 2M Jetzt prüfen
51-60 560 € 2 2M Jetzt prüfen
61-70 700 € 2 3M Jetzt prüfen
>70 800 € 2 3M Jetzt prüfen

BG. = Bußgeld, P = Punkte, FV = Fahrverbot

* Bitte beachten Sie: Die Gebühren eines Bußgeldbescheides betragen 25 € bzw. max. 5% des Bußgeldbetrages. Dazu kommen noch Auslagen in Höhe von 3,50 € für den Postversand. Diese werden beim Aktivieren der Checkbox mit berücksichtigt.

** Ein Fahrverbot von 1 Monat droht, wenn innerhalb eines Jahres zweimal die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 26 km/h überschritten wird.

Kann bei 15 km/h zu schnell innerorts Vorsatz angenommen werden?

Bei erlaubten 30 km/h entspricht das beispielsweise einer vorgeworfenen Geschwindigkeit von 45 km/h nach dem Toleranzabzug. Bei einer Überschreitung von 15 km/h liegt das gefahrene Tempo damit rund 50,0 Prozent über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Eine derart deutliche Abweichung kann den Verdacht begründen, dass das Tempolimit nicht nur fahrlässig, sondern mit Vorsatz überschritten wurde.

Mehr als 40 Prozent über dem erlaubten Tempo sind allerdings keine feste oder automatische Vorsatzgrenze. Die Höhe der Überschreitung kann lediglich ein gewichtiges Indiz dafür sein, dass dem Fahrer sein erheblich zu schnelles Fahren bewusst gewesen sein muss. So hat auch das Oberlandesgericht Köln in seinem Beschluss vom 12. Oktober 20231 ORBs 273/23 – auf diesen in der Rechtsprechung verwendeten Erfahrungssatz verwiesen. Entscheidend bleibt stets die Gesamtwürdigung des Einzelfalls, insbesondere der Beschilderung, des Streckenverlaufs, der Verkehrssituation und der Einlassung des Betroffenen. Wird Vorsatz angenommen, kann das vorgesehene Regelbußgeld deutlich erhöht werden.

Sind 15 km/h zu schnell innerorts in der Probezeit ein A-Verstoß?

Nein. Wer innerorts 15 km/h zu schnell fährt, begeht dadurch in der Probezeit noch keinen A-Verstoß. Für diese Geschwindigkeitsüberschreitung wird ein Verwarnungsgeld von 50 € fällig. Punkte in Flensburg oder zusätzliche Probezeitmaßnahmen sind damit nicht verbunden. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn Sie in einer Tempo-30-Zone nach dem Toleranzabzug mit 45 km/h erfasst wurden.

Das bedeutet: Die Probezeit wird wegen dieses einzelnen Tempoverstoßes nicht verlängert und die Fahrerlaubnisbehörde ordnet auch kein Aufbauseminar an. Wichtig ist allerdings, das Verwarnungsgeld innerhalb der gesetzten Frist vollständig zu bezahlen. Wird die Verwarnung nicht wirksam, kann ein förmliches Bußgeldverfahren eingeleitet werden, durch das zusätzliche Gebühren und Auslagen entstehen.

Welcher Toleranzabzug gilt bei 15 km/h zu schnell innerorts?

Wird Ihnen eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h innerorts vorgeworfen, ist für die Höhe des Bußgeldes die Geschwindigkeit nach Abzug der Messtoleranz entscheidend. Der Toleranzabzug wird vom ursprünglich gemessenen Tempo vorgenommen und nicht von den 15 km/h Überschreitung abgezogen.

Bei einer gemessenen Geschwindigkeit bis 100 km/h werden regelmäßig 3 km/h abgezogen. Liegt der Messwert über 100 km/h, beträgt der Abzug regelmäßig 3 Prozent. Das folgende Rechenbeispiel zeigt den Abzug passend zu dieser Geschwindigkeitsstufe.

  • Der Blitzer erfasste Sie ursprünglich mit 65 km/h.
  • Davon müssen 3 km/h abgezogen werden.
  • Die gemessene Geschwindigkeit nach Toleranzabzug beträgt: 65 km/h.
  • Sie waren damit nach Abzug der Toleranz 15 km/h zu schnell unterwegs.

Welche Messfehler können die Rechtskraft einer Blitzermessung von 15 km/h innerorts in Frage stellen?

Ihnen wird eine Überschreitung des Tempolimits von 15 km/h innerorts vorgeworfen? In Deutschland sind laut einer Studie 56% der Bußgeldbescheide fehlerhaft. Auch wenn nicht jeder kleine Formfehler direkt zur Einstellung des Verfahrens führen, lohnt es sich zu prüfen, ob die Überschreitung von 15 km/h innerhalb der geschlossenen Ortschaft möglicherweise fehlerhaft erfasst wurde:

  • Falsche Aufstellung des Messgeräts: Insbesondere mobile Blitzer und Blitzeranhänger funktionieren nicht nach dem "Plug-and-Play"-Prinzip. Die präzise Ausrichtung nach Herstellerangaben ist zwingend erforderlich. Schon ein geringfügig falscher Winkel zur Fahrbahn kann die Messergebnisse verfälschen – und so Ihre vorgeworfene Überschreitung von 15 km/h innerorts, zum Beispiel 65 km/h in der 50er-Zone infrage stellen.
  • Einsatz außerhalb der Zulassung: Jeder Blitzertyp, wie z.B. eine Lasermessung mit Poliscan Speed, hat spezifische Einsatzgrenzen. Wurde Ihr stationärer oder mobiler Blitzer nicht exakt geeicht, könnte eine von Messung von 65 km/h in einer Tempo 50-Zone anfechtbar sein.
  • Menschliches Versagen und Dokumentation: Fehler bei der Wartung, der Ausrichtung oder sogar bei der Dokumentation der Rohmessdaten können dazu führen, dass der Bußgeldbescheid wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 45 km/h in der Tempo-30-Zone auf wackeligen Beinen steht.
  • Keine oder abgelaufene Eichung: Blitzer müssen regelmäßig kalibriert und geeicht werden, um präzise zu bleiben. Ist die Eichung abgelaufen oder fehlt sie komplett, sind die Messdaten nicht verwertbar. Das gilt natürlich auch für die Messung, die Ihnen 15 km/h zu viel vorwirft.

Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid wegen 15 km/h zu viel innerorts einlegen: So einfach geht´s

Haben Sie ein Schreiben der Bußgeldstelle aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften erhalten und sind unsicher, ob die Messung korrekt war und ein Einspruch in Ihrem Fall sinnvoll ist?

Nutzen Sie unseren kostenlosen und unverbindlichen Blitzer-Check!. Unsere Partneranwälte für Verkehrsrecht prüfen Ihre Messung von 15 km/h innerorts auf mögliche Fehler und zeigen Ihnen auf, welche Erfolgschancen ein Einspruch hätte. Oft lassen sich Bußgelder reduzieren oder sogar ganz vermeiden.