Neue Blitzer in Köln: Die wichtigsten Zahlen
- Herkulestunnel Richtung Innenstadt: fast 77 Prozent Verstoßquote bei den Seitenradarmessungen.
- Spitzenwert: 206 km/h bei erlaubten 50 km/h.
- Richtung A57: knapp 88 Prozent Verstoßquote.
- Höchster Messwert dort: 220 km/h.
- Unfälle: Zwei Unfälle endeten innerhalb der vergangenen zwölf Monate tödlich.
- Neue Anlagen: Stationäre Geschwindigkeitsmessung in beiden Fahrtrichtungen.
- Geplanter Start: im vierten Quartal 2026.
206 km/h bei erlaubten 50: Seitenradarmessungen im Kölner Herkulestunnel haben Geschwindigkeiten ergeben, die weit über dem zulässigen Tempo liegen. Nach Angaben der Stadt waren in Fahrtrichtung Innenstadt fast 77 Prozent der gemessenen Fahrzeuge zu schnell.
In der Gegenrichtung fiel die Bilanz noch deutlicher aus. Richtung A57 lag die Verstoßquote bei knapp 88 Prozent. Der höchste gemessene Wert betrug dort sogar 220 km/h.
Die Stadt Köln reagiert nun mit stationären Blitzern. Im Bereich des Herkulestunnels sollen noch im vierten Quartal 2026 Anlagen in beiden Fahrtrichtungen in Betrieb gehen.
Fast 77 Prozent waren Richtung Innenstadt zu schnell
Die Zahlen der Stadt zeigen, warum die Unfallkommission eine stationäre Überwachung ausdrücklich befürwortet hat. Bei Seitenradarmessungen in Fahrtrichtung Innenstadt überschritten fast 77 Prozent der erfassten Fahrzeuge die zulässige Geschwindigkeit.
Der Extremwert lag bei 206 km/h. Erlaubt sind in diesem Bereich 50 km/h.
Auch Richtung A57 wurde eine außergewöhnlich hohe Quote festgestellt. Knapp 88 Prozent der Fahrzeuge überschritten bei den ausgewerteten Messungen das Tempolimit. Der höchste erfasste Wert lag bei 220 km/h.
Zwei tödliche Unfälle innerhalb eines Jahres
Die neuen Blitzer werden nicht allein wegen der hohen Verstoßzahlen aufgebaut. Nach Angaben der Stadt Köln kam es im Bereich des Herkulestunnels wiederholt zu Verkehrsunfällen. Zwei davon endeten innerhalb der vergangenen zwölf Monate tödlich.
Überhöhte Geschwindigkeit war laut Stadt in fast allen betrachteten Fällen Unfallursache.
Die Kölner Unfallkommission, an der unter anderem Polizei Köln, Bezirksregierung Köln, Straßen.NRW und die Stadt Köln beteiligt sind, hat deshalb die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung in beiden Fahrtrichtungen ausdrücklich befürwortet.
Hier stehen die neuen Blitzer am Herkulestunnel
Die vorgesehenen Positionen sind bereits konkret benannt.
- Richtung A57: auf Höhe der Ausfahrt Ehrenfeld.
- Richtung Innenstadt: im Tunneleingang.
Damit steht auch fest, dass die angekündigte Anlage Richtung Innenstadt nicht irgendwo tief im Herkulestunnel positioniert werden soll, sondern unmittelbar im Bereich der Einfahrt.
Welches konkrete Messgerät Köln an diesen beiden Standorten installieren wird, hat die Stadt bislang allerdings nicht veröffentlicht.
Welches Messgerät kommt am Herkulestunnel zum Einsatz?
Bei einem Tunnelstandort liegt die Vermutung nahe, dass eine speziell für schwierige Licht- und Einbausituationen geeignete stationäre Technik verwendet wird. Aus zahlreichen deutschen Tunneln sind beispielsweise Messanlagen vom Typ TraffiStar S330 bekannt.
Daraus lässt sich für Köln allerdings noch keine sichere Gerätezuordnung ableiten. Auch das laserbasierte PoliScan Speed von VITRONIC kann nach Herstellerangaben ausdrücklich in Tunneln eingesetzt werden.
Entscheidend ist deshalb die tatsächlich verbaute Technik. Sobald die neuen Säulen beziehungsweise Anlagen montiert sind oder Köln den Hersteller nennt, lässt sich das Messgerät eindeutig zuordnen.
Auch auf der A4 am Eifeltor kommen zwei neue Messsäulen
Parallel erweitert Köln die Geschwindigkeitsüberwachung auf der A4 im Bereich Eifeltor. Vor der Anschlussstelle Köln-Klettenberg führt eine temporäre Verkehrsführung im Zusammenhang mit einer Schrankenanlage zu einer besonderen Gefahrenstelle.
Dort werden gleich zwei Messsäulen errichtet. Eine Säule soll die rechte und mittlere Fahrspur kontrollieren, eine zweite die linke Fahrspur.
Nach Angaben der Stadt lässt sich die gesamte dreispurige Fahrbahn an dieser Stelle technisch nicht mit nur einer Messsäule überwachen.
Die neuen Anlagen sollen voraussichtlich Ende September 2026 in Betrieb gehen. Für sechs Monate nennt die Stadt Kosten von insgesamt 49.600 Euro.
PoliScan Speed steht am Kölner Eifeltor bereits heute
Technisch ist die Situation am Eifeltor besonders interessant. Auf der A4 bei Köln sind in diesem Bereich bereits mehrere stationäre Geschwindigkeitsmessstellen dokumentiert.
An einem bestehenden Standort am Eifeltor in Fahrtrichtung Aachen ist nach unseren Standortdaten eine stationäre Anlage vom Typ PoliScan Speed im Einsatz.
Auch weitere Kölner A4-Standorte sind bei uns mit PoliScan Speed erfasst. Die Stadt schreibt zu den nun geplanten Anlagen außerdem ausdrücklich, dass diese analog zu den bereits vorhandenen Systemen auf der A4 betrieben werden sollen.
Das macht eine vergleichbare technische Lösung mit PoliScan Speed für die neuen Säulen am Eifeltor naheliegend. Offiziell bestätigt hat die Stadt das konkrete Fabrikat der neuen Anlagen bislang jedoch nicht.
Den vorhandenen Standort finden Sie auf unserer Detailseite zum Blitzer auf der A4 am Eifeltor Richtung Aachen.
Weitere Anlagen entlang der Strecke zeigt unsere Übersicht zu den Blitzern auf der A4. Alle von uns dokumentierten Messstellen im Stadtgebiet finden Sie außerdem in der Übersicht Blitzer in Köln.
Warum braucht Köln am Eifeltor zwei Blitzersäulen?
PoliScan Speed kann grundsätzlich mehrere Fahrstreifen überwachen. Welche Fahrspuren eine konkrete Anlage gleichzeitig erfassen kann, hängt aber unter anderem von Standort, Ausrichtung, Fahrbahngeometrie und Konfiguration ab.
Für den neuen Standort hat Köln ausdrücklich festgestellt, dass eine einzige Messsäule nicht ausreicht, um alle drei Fahrspuren zu überwachen.
Deshalb ist eine Aufteilung vorgesehen: rechte und mittlere Spur über eine Säule, linke Spur über eine zweite Anlage.
Gerade die Kombination aus mehreren Fahrstreifen und bereits vorhandener PoliScan-Technik macht diesen Standort technisch besonders interessant. Sobald die Anlagen aufgebaut sind, dürfte anhand der Säulen und Kameramodule schnell erkennbar sein, welche konkrete Gerätekonfiguration Köln gewählt hat.
Was droht bei 206 km/h statt 50?
Bei einer regulären Geschwindigkeitsmessung entscheidet grundsätzlich die nach Toleranzabzug vorgeworfene Überschreitung über Bußgeld, Punkte und ein mögliches Fahrverbot.
Die von Köln veröffentlichten Extremwerte von 206 beziehungsweise 220 km/h stammen allerdings aus den vorausgegangenen Seitenradarmessungen, mit denen die Verkehrssituation untersucht wurde. Die Stadt beschreibt diese Zahlen nicht als reguläre Bußgeldfälle der jetzt neu geplanten stationären Anlagen.
Sobald die neuen Blitzer in Betrieb sind, können dort festgestellte Verstöße entsprechend verfolgt werden. Die aktuellen Sanktionen finden Sie in unserem Bußgeldkatalog für Geschwindigkeitsüberschreitungen.
Wann gehen die neuen Blitzer in Betrieb?
Für die beiden stationären Anlagen am Herkulestunnel nennt die Stadt das vierte Quartal 2026.
Die zwei neuen Messsäulen auf der A4 am Eifeltor sollen bereits Ende September 2026 starten.
Danach dürfte vor allem die erste Bilanz interessant werden. Bei Verstoßquoten von fast 77 beziehungsweise 88 Prozent während der vorausgegangenen Seitenradarmessungen wird sich zeigen, ob die stationäre Überwachung das Geschwindigkeitsniveau am Herkulestunnel deutlich verändert.
Sobald Köln erste Zahlen veröffentlicht oder die konkret eingesetzte Blitzertechnik bekannt ist, aktualisieren wir diesen Beitrag.
In Köln geblitzt worden?
Bei einer stationären Geschwindigkeitsmessung können unter anderem das eingesetzte Messgerät, die Eichung, das Messfoto und die eindeutige Zuordnung des Messwertes zum Fahrzeug relevant sein.
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